Das Sterben eine Kleinstadt und die Frage nach dem Ende der Spielhallen-Flut

In meiner Kleinstadt wohnen ca. 12.000 Einwohner. Trotz der Nähe einer Großstatdt und eines Großflughafens beobachte ich seit Jahren ein langsames Sterben dieser Stadt. Das letzte gute Restaurant schloss vor einem Monat. Ein großer Supermarkt vor einem Jahr. Die Kleinläden mit Luxusartikeln sucht keiner mehr auf. Vorbei sind die Zeiten, als die Pendlerpauschale und Eigenheimzulage die Menschen in die sog. Provinz trieben. Man traf sich in einem der vielen Cafes und sprach über Literatur. Tagsüber traf man die vielen hauptberuflichen Hausfrauen auf den Spielplätzen, abends beim Reiten. Unzählige Vereine boten nicht nur für Senioren eine Abwechslung an. Und die Grundstückpreise stiegen schneller als die Aktien im Neuen Markt.

Nun ist der Stadtkern fast vollständig in den Händen großer Migranten-Sippen vorwiegend aus der Türkei. Und es ist auch gut so, da sonst keiner mehr an den verkehrsreichen Straßen leben würde. Genau, der Verkehr. Er hat stark zugenommen.  Ungeachtet der langen Parteidebatten der Lokalpolitiker rollt im wahrsten Sinne des Wortes der Schwerlastverkehr an den Einwohnern vorbei, mitten durch die Stadt. Im letzten Jahr schaffte ein LKW sogar, eine Hausfassade zu zerstören. Offenbar war es ein Schlafzimmer…

Die Jugendlichen und überhaupt diejenigen, die auch mal gerne weggehen, sind auf die Autofahrt nach Frankfurt angewiesen. Denn die letzte Disko schloss vor zwei Jahren. Man hatte sich über diese lustig gemacht, aber sie war halt da und gehörte zum Stadtbild. Eben, sie gehörte…

Aber nicht das gesamte Gewerbe zieht ab. Bereits vier neuen Spielhallen sind in den letzten drei Jahren entstanden. Es ist für mich ein klares Versagen der Lokalpolitik. Wer erlaubt das? Warum müssen bzw. dürfen sie 23 Stunden geöffnet bleiben? Wem dienen die vielen Automaten? Es ist eine Frechheit, eine Branche, die wirklich niemand braucht. Ich gehe auch mal gerne wenn auch selten in die Spielbank. Aber es ist dann ein Event und nicht eine alltägliche Aktivität.  Hier wird die Spielsucht zum Alltag, genauso wie die Alkoholsucht samstags abends in den fröhlichen Gesichtern der REWe-Kunden sichtbar wird

Die zahlreichen Spielhallen runden das traurige Bild ab.

Es geht aber anders. In Berlin gibt es schon seit zwei Jahren schärfere Gesetze, s. Link

http://www.daniel-buchholz.de/spandau/spielhallen_und_spielsucht_bekaempfen.htm

Wann ist es in Hessen endlich soweit?

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