Deutsche Stillhalter-Gemeinde – klein und noch lange zufrieden?

Zum Ausklang dieses trostlosen Sonntags, an welchem ich wieder nur einige Minuten die Sonne gesehen habe, hier ein  Beitrag, der optimistisch stimmen müsste. Oder?

Der passive Optionshandel – sog. Stillhaltergeschäfte bleiben in Deutschland offensichtlich den Institutionellen vorbehalten. Es gibt eine überschaubare Anzahl von Brokern, die das Geschäft auch für Privatanleger anbieten. Die Preise dort liegen deutlich über den für Aktien- und Zertifikatehandel. Ganz zu schwiegen von CFDs, binären Optionen und anderen strukturierten Produkten, die auf breite Masse abzielen, deshalb besonders günstig sind. Es gibt verhältnismäßig wenige Publikationen im deutschsprachigen Raum, die sich mit dem Thema befassen. Geben Sie einige Begriffe in Google ein, wie Stillhalter Eurex blog und so weiter, dann finden Sie meine Beiträge zum Teil gleich auf den ersten Seiten. Das heißt nicht immer, das ich stets besonders anspruchsvolle und einmalige Texte schreibe, sondern, dass es oft keine Alternativen gibt.  Gehen Sie auf den US-amerikanischen Markt, dann finden Sie eine echte Subkultur des privaten Optionshandels. Unzählige Briefe, Dienste, Bücher, Foren aber  auch viele Forschungsarbeiten fallen sofort auf.

In Deutschland macht die EUREX bei dieser Abschottungspolitik mit, indem sie die Margin-Verpflichtungen für Shortgeschäfte ständig erhöht und damit vor allem die Privatinvestoren aus em Markt auskickt.

Dennoch existiert eine deutsche Stillhaltergemeinde. Sie ist klein, und tritt nicht besonders agressiv in der Öffentlichkeit.  Neulich hat mich ein Leser meines Blogs angeschrieben. Er ist ein gutes Beispiel eines erfolgreichen privaten Optionshändlers. Mit wenig Kapital angefangen hat er es inzwischen durch den Verkauf von DAX-Optionen auf einen ansehnlichen sechsstelligen Betrag gebracht. Und er bietet keinen kostenpflichtigen Börsenbrief an. Es gibt zwar Options-Börsenbriefe auch bei uns und sie sind oft erfolgreich. Dennoch haben die meisten Händler kein Interesse, Geld durch Empfehlungen zu verdienen. Dies könne auch ein Indiz dafür sein, dass das Geschäft sich lohnt. Über FX, CFDs und Pennystocks finden Sie zu Genüge…

Der erwähnte Stillhalter hat eine zeitlang ( jetzt nicht mehr) in einem Forum  gepostet. Hier der Link

http://www.tradesignalonline.com/de/forum/thread.aspx?id=934&olang=de&olang=de&olang=de&olang=de&olang=de&olang=de&olang=de&olang=de&olang=de&olang=de&olang=de&olang=de&olang=de&olang=de&olang=de&olang=de&olang=de&olang=de&olang=de&olang=de&olang=de&olang=de&olang=de&olang=de&olang=de&olang=de&olang=de&olang=de&olang=de

Es ist unglaublich, wie viel Idealismus dahinter steckt. Im Prinzip beschreibt er dort in 200 Beiträgen seine gesamte Strategie und es wird live bzw. vor den Forumsteilnehmern  getradet.  Inzwischen postet der dachs 99 nicht mehr aber die Stillhaltergemeinde bleibt aktiv. Es herrscht unglaublich viel Optimismus. Man liest solche Sätze wie „Stillhalten ist das beste, was mir passieren konnte„.  Eine echte Goldbräberstimmung!

Für mich ist das ein klares Warnzeichen, dass die Volatilität zurzeit schlicht zu tief liegt. So wie die privaten Optionshändler denken wohl auch viele Instis und verkaufen alles was das Zeug hält.

Ich habe vor 4 Jahren mein 1 Million Projekt ebenfalls unter solchen euphorischen Umständen betrieben. Zwar hatte das Projekt damals bereits 2 Jahre hinter sich, aber gerade im Jahr 2008, dem Jahr des Oktober-Crashs, war ich so aktiv wie noch nie. Die niedrige Vola stimmte mich dermassen optimistisch ein, dass ich auch zum teil das Gefühl verlor, wieviel ich riskieren darf.

Nun ist das Projekt vorerst stillgelegt aber nicht gestorben. Ich habe seitdem verschiedene Spread-Strategien ausprobiert und bin recht zufrieden aber nicht euphorisch. Ich habe die Risiken besser im Griff und habe mich seitdem auch viel mit den mathematischen Grundlagen beschäftigt.  Demnächst werde ich mit meiner ersten Publikation zu diesem Thema fertig. Bin also auch ein Idealist? Nun  ja, allerdings habe ich nicht das Gefühl, Geheimnisse zu verraten. Um als Stillhalter erfolgreich zu sein, muss man andere Qualitäten als ein Intradaytarder mit bringen. Und diese kann man nicht durch das blosse Beherrschen des Regelwerks verinnerlichen.

 

 

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