Aktiendepot mit Optionen absichern

Das Lieblingsthema der letzten Tage, auf welches ich immer wieder angesprochen werde, ist die „richtige“ Absicherung des aktuellen Kursniveaus im Aktiendepot. Es ist zwar offensichtlich, dass die meisten Deutschen Anleger, trotz zum Teil immenser Ersparnisse das Geld lieber in überteuerte Immobilien als in Aktien investierten. Dabei ist der Aktienmarkt wesentlich liquider und performanter als der Immobilienmarkt. Und wenn jemand unbedingt etwas „Greifbares“ haben will, dann kann er sich die Aktienurkunden aushändigen lassen 🙂

Jedenfalls blieben die meisten Anleger der letzten Rally fern, und tun es immer noch. Deshalb werden die Kurse weiter steigen. So einfach ist das. Sie müssen sich eine große Gruppe Börsianer im Kreis vorstellen. Alle kaufen und verkaufen von- und aneinander. Die meisten halten ihre Gewinne nur kurz und Verluste lang. Aus dem Grund haben nach längerer Zeit fast alle mehr verloren als gewonnen, obwohl in jeder Transaktion einen Verlierer und einen Gewinner gibt.

Jetzt aber schauen die meisten nur zu. Ab und an entscheidet sich einer und kauft mit wenig Geld. Der Rest schaut weiter gespannt zu. Nach der weiteren Weile steigt der nächste in den Markt ein. Der Rest schaut zu. Und so weiter, bis der letzte eingestiegen ist. Dann beginnt die Korrektur.

So sieht mein einfaches Marktmodell aus.

Nun aber zurück zum Thema. Es gibt nicht wenige, die auf Aktienbeständen sitzen und nicht wissen, was sie jetzt tun sollten. Denn die Erfahrung aus der Vergangenheit lehrt sie, dass sie oft falsch handeln. Deshalb fasse ich noch mal die wesentlichen Strategien zusammen. Wenn jemand eine ausführlichere Hilfe braucht, dann bitte direkt an  mich mailen oder anrufen. Kontakt unter „Autor“ in diesem Blog.

Die Absicherung eines Aktienportfolios ist eine Kunst, die sehr individuell ist. Pauschal kann ich deshalb nur ganz allegemeine Regeln aufstellen.

1. Ich habe Aktien im Wert von weniger als 5000 Euro, also zum Beispiel 150 Deutsche Bank Aktien und bin im Schnitt 20% im Gewinn.  Was soll ich tun?

Wenn die Unternehmen in wenigen Wochen Dividenden ausschütten, dann behalten Sie die Aktien und kaufen Verkaufsoptionen aus dem Geld für nicht mehr als 20 % des Dividendenbetrages und mit der Laufzeit unmittelbar nach dem Ex-Div. Tag Die Aktien werden noch eine Weile steigen. Nach der Ausschüttung bietet sich der Verkauf an oder, was ich bevorzuge, Kaufoptionen am Geld auf die Aktien schreiben.

Wenn keine Dividenden anstehen, dann würde ich die größten Gewinner verkaufen und die schwächeren mit einer Stopp-Loss-Marke versehen. Dabei ist zu beachten, dass bestimmte Branchen wie Biotechnologie besonders stark und übertrieben gestiegen sind und hier die Korrektur besonders scharf ausfallen wird.

Mit dem Verkaufserlös warten Sie auf eine Korrektur.

2. Ich habe einen größeren Betrag in Aktien investiert, z. B. 20.000 Euro und die Unternehmen zahlen in diesem Jahr keine Dividende mehr. Ich bin im schwachen Plus. Was tun?

Hier kann die SL-Strategie sehr teuer sein und löst das Problem nicht, was man mit dem frei gewordenen Geldbetrag tun sollte. Deshalb empfehle ich für diesen Fall den Einsatz von Optionen. Dieser ist gar nicht so teuer, muss aber vorbereitet sein. Ich selbst wende gerne die Collar-Strategie an. Ich kaufe Puts aus dem Geld und finanziere sie mit Calls aus dem Geld. Dadurch werden zwar die  potenziellen Gewinne begrenzt, aber ab einem Portfolioumfang lohnt sich der Einsatz allemal. Die Verkaufsoptionen sollten lang laufend sein und die Kaufoptionen kurzfristig. Damit ist man bis auf null abgesichert und unter Umständen sehr günstig.

Eine weiterere Möglichkeit besteht im Einsatz von Delta-1 – Produkten als zum Beispiel Futures und CFDs.  Ich selbst rate davon ab, da man damit den aktuellen Stand einfriert, eher verlieren und nichts gewinnen kann. Sollte sich die Rally fortsetzen, dann macht die Methode gar keinen Sinn, dann lieber gleich verkaufen.

Problematischer wird es, wenn das Portfolio aus mehreren Posten besteht. Der Einsatz von Optionen wird dann schwieriger. In diesem Falle setze ich Indexoptionen ein.

Letzten Endes sind alle erwähnten Strategien besser als das passive Zuschauen.

 

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