Digitales ewiges Leben à la Kurzweil

Das Thema digitale und biologische Unsterblichkeit lässt mich nicht los. Ich habe jetzt verstanden, warum die Biotechnologie-Branche nach wie vor zu den Siegern der neusten Rally gehört. Geahnt habe ich es schon. Denn es sind in der letzten Zeit viele Faktoren zusammen gekommen. Erstens der Produktreife vielen Innovationen in der Biotechnologie. Aber vor allem die immer raffiniertere Schnittstelle Mensch-Maschine regt viel Phantasie bei den Investoren an, wie einst das Internet in den 1990er.

Die alten Träume vom ewigen Leben werden wahr, sei es als Avatar, Klon, digitale Kopie oder einfach ein  biologisch-technisches Fortsetzungsprodukt des alten biologischen Menschen. Spätestens als der Futurologe Ray Kurzweil im letzten Jahr von Google angeheuert wurde, beobachte ich einen echten Boom in den Nachrichten. Hier ein Beispiel aus Daily Mail.

http://www.dailymail.co.uk/sciencetech/article-2344398/Google-futurist-claims-uploading-entire-MINDS-computers-2045-bodies-replaced-machines-90-years.html

Ein Upload des menschlichen Gehirns soll demnach bis 2045 sein. Es ist auch ein Bestandteil der Initiative 2045, über die ich kürzlich geschrieben habe.

An der Stelle muss ich sagen, Stopp liebe Freunde! Angenommen, wir schaffen es, unsere Gedanken auf ein elektronisches Medium zu übertragen. Werden wir dann unser Selbstbewusstsein wieder erlangen? Leben wir vielleicht mehrfach? Im Moment ist mein Selbstverständnis stark an meinen Körper gebunden. Wenn ich mein Gehirn in einen anderen Körper oder gar eine Maschine verpflanze, werde ich es auch so empfinden? Oder werde ich nur zusehen, dass jemand anders mir sehr ähnlich ist. Oder kann ich zwischen mehreren Körpern „switchen“?

Laut Kurzweil ist es nur die Frage von maximal 100 Jahren, dass auch unsere physische Existenz „ewig“ wird.

Kurzweil geht von der Gültigkeit des Mooreschen Gesetzes in der Zukunft aus. Eine gewagte Annahme, der noch vor kurzem oft widersprochen wurde. Denn die Anzahl der Rechenoperationen pro Sekunde kann man nicht beliebig steigern, indem man nur die Schaltkreise in den Computern miniaturisiert. Allerdings bietet die vernetzte Intelligenz ganz andere Spielräume.

Wie sieht also unsere Zukunft aus? Nun, ich lebe beispielsweise in meinem Körper aber auch woanders, zum Beispiel losgelöst in einem nicht sterbenden Medium, etwa auf einer Festplatte. So gesehen lebe ich jetzt schon ewig und muss mir nicht darüber Gedanken machen, ob ich wieder belebt werde oder nicht. Einzig, was mich an dieser Idee stört ist die Vorstellung, dass auch Betrüger, Diktatoren oder überhaupt die Vermögenden und Einflussreichen dieser Welt bei diesem Verfahren möglicherweise sogar bevorzugt werden. Mit dem religiösen ewigen Leben, dem Reich Gottes,  hat diese Vision nicht viel gemein. Sie ist dennoch eine logische Schlussfolgerung aus der Analyse des aktuellen Fortschritts. Und Investmentmöglichkeiten wird sie ohnehin bieten!

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