Gold – im September unter 1000 Dollar

Und das wird mit Sicherheit nicht das Ende der Fahnenstange sein. Kurse deutlich unterhalb 500 Dollar sind denkbar. Im Moment fällt der Preis nach meinen Auswertungen exponentiell und deutet somit den Ausverkauf an. Dieser könnte zwar in eine kurzfristige Erholung  übergehen, die Frage ist nur ab welchem Niveau.

Fakt ist, dass wir das schlechteste Quartal seit 1971 gesehen haben, als die Dollar-Konvertierbarkeit aufgegeben wurde („Nixon Schock“). Geht es in diesem Tempo weiter, steht der Preis im September dreistellig da.

Zum Preisrückgang haben einige Faktoren beigetragen. Nicht zuletzt spielt laut offiziellen Berichten Ben Bernanke eine wichtige Rolle. Sein Rückzug aus der Politik des leichten Geldes hat unmittelbare Konsequenzen für die Aktien- und Anleihemärkte, wie wir bereits gesehen haben. Warum man dann auch Gold verkaufen muss, habe ich selbst nicht ganz verstanden. Deshalb kann ich mich selbst unter dem Bernanke-Effekt im Goldmarkt nicht wirklich unterschreiben. OK, steigende Zinsen führen zum starken Dollar, heißt es.

Die Grafik unten bestätigt diesen Zusammenhang nicht. Starker Dollar muss nicht unbedingt den Goldpreis drücken.

Chart m. f. G. http://www.tradesignalonline.com

Chart

Es hat Phasen gegeben, in denen Dollar und Gold sich im Gleichschritt entwickelten. Und solche wo sie gegenläufig waren.

Ich bleibe der Überzeugung, dass der Goldpreis realwirtschaftlich unbegründet gestiegen ist. Ja, die Börse wird für ausnahmslos alle Produkte immer von der Hoffnung auf gute Aussichten getragen,  und von der Überzeugung, dass man nicht der letzte ist, der diese Hoffnung hat.  Jedoch  steht bei den Rohstoffen auch die reelle Nachfrage im Vordergrund. Eine rational begründete gestiegene Nachfrage in der Zukunft erlaubt zu glauben, dass es künftig genügend Käufer geben wird, welche aus der steigenden Nachfrage auf weiter steigende Börsenkurse schliessen werden. Zu kompliziert? Dann bringe ich es auf den Punkt.

Angenommen, es wurde eine Technologie entwickelt, mit welcher ein lebensverlängerndes Implantat jedem Menschen eingepflanzt werden könnte. Dieses Implantat führt zu einer beliebig langen geistigen Leistungsfähigkeit des Gehirns. Für die Herstellung wird eine große Menge eines Rohstoffs verbraucht. Man kann davon ausgehen, dass die Nachfrage nach diesem Rohstoff steigen wird, Ich kaufe deshalb Aktien, die den Rohstoff fördern und auch Derivate auf den Rohstoff selbst. Und tatsächlich, durch die gestiegene Nachfrage sind plötzlich alle der Meinung, dass es jetzt nur noch weiter aufwärts gehen kann. Ich finde genug Käufer für meine Aktien und Derivate. Alle die mir die Papiere abkaufen, glauben jetzt erst recht, dass die hohe Nachfrage nach dem Rohstoff bleibt und genug andere Börsianer die hohen Preise bezahlen werden.

Bei Gold ist es allerdings komplexer. Denn im Gegensatz zu Aktien, wie ein Unternehmensgewinn die Käufe rechtfertig oder zu der physischen Nachfrage nach den Schweinebäuchen, braucht niemand Gold, um zu überleben. Es ist ein Luxusartikel, welcher als Sicherheit gekauft wird. Aber eben nur dann, wenn man glaubt, dass viele andere auch künftig ihr Sicherheitsbedürfnis auf die Weise befriedigen werden.

Und so sind wir beim nächsten Grund für den Goldhausse gelandet. Die ETFs- diese seltsamen Produkte, die den Goldpreis abbilden und auch zum Teil tatsächlich in Gold investierten. Durch das Interesse der Privatinvestoren wurde immer mehr ETFs angelegt, die jetzt wieder geschlossen werden, nachdem die Anleger diese panikartig an die Emittenten zurückwerfen.

Wann hört der Spass auf? Ich denke, sobald man nichts mehr vom Gold hört, sein Preis dreistellig ist und die Goldminen anziehen.

Veröffentlicht von Option_Basil

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3 Kommentare

  1. Komisch wie dumm die Zentralbanken doch sind sie kaufen und kaufen das wertlose Metall zu den hohen Preisen LOL und gleichzeitig wird durch wertlose Papierkontrakte die nicht mit echten Gold gedeckt sind verkauft….
    In Indien besteht schon fast ein Goldverbot hohe Zölle + wird nicht mehr als Kreditsicherheit anerkannt da die Menschen dort aus der Währung flüchten wollen Inflation…. Jeden Euro der übrig ist in Wertgegenstände u. a. Gold + Silber sofort investieren bevor der Crash kommt und die Schuldenschnitte Griechenland und co nach Bundestagswahl kommen.. Selbst die Griechische Zentralbank kauft massive Gold….

  2. Sehr geehrter Herr Dr. Gohla, ich mache es selbst immer mal wieder sehr gerne, alte Artikel von mir zu lesen und dann zu schauen, was aus meiner Marktmeinung in der Realität wurde. Man wird mitunter sehr demütig und auch vorsichtiger in Wortwahl und Prognosen 😉 Nach Ihrem Post hier im Juli 2013 stieg der Goldpreis auf ca. 1.400 Dollar, um dann bis Ende 2015 bis auf ca. 1.045 Dollar zu fallen. Das ist nun Geschichte. Seither können wir wieder einen leichten Aufwärtstrend beobachten, der jedoch speziell in den letzten Monaten sehr moderiert zu sein scheint. Motto: Die 1.300 dürfen nicht genommen werden. Ich bin jedoch nach wie vor der Überzeugung, dass die Geldmengenvermehrung der Zentralbanken und die steigenden Verschuldungen (Nachfragedruck) und die geologische Situation (Angebotsdruck) irgendwann dazu führen werden, dass wir substantiell und nachhaltig höhere Werte bei den Edelmetallen sehen werden müssen. MfG, Dr. Jürgen Müller (Dez. 2017)

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