Nassim Taleb lehnt das Stillhalten ab

Nun auf der Suche nach geeigneter Urlaubslektüre landete ich wieder bei Nassim Taleb. Über seine Art zu argumentieren kann man streiten. Er ist auch nicht der sympathische Autor, der allen recht machen will. Die Besessenheit, mit welcher er der Welt die Bedeutung des Zufalls zu erklären versucht, ist dennoch bemerkenswert.

Für mich als Optionshändler sind natürlich seine Anmerkungen zur Preisbildung von Derivaten interessant. Immerhin war er mit seinen Strategien meistens erfolgreich. Was ich nicht wusste, war seine Aktivität nach 2007, also nach dem „Schwarzen Schwann“.

Taleb ist grundsätzlich gegen das passive Optionsinvestment – etwa das Stillhalten von Indexoptionen. Seiner Überzeugung nach lohnt es sich, Optionen zu kaufen und warten auf den großen Sprung oder Sturz.

Mit diesem Ansatz manaagte er seinen Hedgdfonds 2007-2009 und verlor anfangs viel Geld, da die Indizes damals kaum von der Stelle kamen und die Optionen immer wertlos verfielen. Irgendwann kamen trotzdem die großen Gewinne und er wurde noch reicher. Da sind die Millionenauflagen für seine Bücher peanuts.

Taleb schreibt anscheinend wieder mehr Fachartikel. Hier ein neustes Beispiel zu den Überlegungen über Optionen aus dem Geld

http://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=2196916

Ich selbst habe längst die Gefahr erkannt, die durch das Schreiben nackter Optionen eingegangen wird. Dazu reicht im Prinzip die Auswertung historischer Daten aus. Eine 20-Tage- Verändeurng im DAX kann locker 1000 nach oben und 2500 Punkte nach unten betragen. Dies lässt sich nur sehr schwer hedgen. Andererseits, entscheidet man sich für den regelmäßigen Kauf der Optionen, kann man Pech haben und anfangs nur Geld verlieren…

Ich glaube , ich muss mich draußen kurz hinlegen und darüber nachdenken… bei einem Espresso. Das neuste Buch werde ich dennoch kaufen. 🙂

 

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Kommentare

  • Call me Eugene  On Juli 26, 2013 at 7:24 pm

    Mit dem Thema „maximaler Rückgang im DAX binnen eines Monats“ beschäftige ich mich auch gerade.
    Sich sämtliche 20-Handelstage-Renditen der letzten Dekaden anzusehen, macht einen schon fast sprachlos. Deshalb, weil es erstaunlich viele schwarze Schwäne zu geben scheint.

    Ein Pullback von 2500 Punkten im Dax wären aktuell etwa 30%. Gleichzeitig notiert die implizite Vola im Ein-Monats-Horizont (VDAX NEW 1M) aktuell bei etwa 17% p.a..

    Skaliere ich das über das Wurzelgesetz (dividiert mit Wurzel 12) auf einen Monat sind wir bei 4,9% p.m.

    Entsprechend liegen wir mit 2500 Punkten nahezu im Six-Sigma-Bereich (sic!). Also 6-fache Standardabweichung.

    Ich stelle mir zunehmend auch die Frage, ob niedrige implizite Volas nicht kategorisch einen Einstieg verbieten sollten.
    Hintergrund (ja ich weiß, dass ich damit eigentlich geköpft gehöre) ist, das ich u.a. auch mit Bonuszertifikaten handele, die eben Long-DaO-Barriere-Puts beinhalten.

    Ich finde es aktuell sowieso erstaunlich, warum die impliziten Volas derart niedrig sind. Bedauerlich, dass die ImplVol sich nicht von der reinen Vergangenheitsbetrachtung (stylized facts etc.eingeschlossen) lösen kann.

    Welche Frage ich eigentlich einleuten/stellen wollte:
    Wie sieht es denn mit den maximalen Drawdowns aus, wenn nicht beliebige 20-Tage-Renditen, sondern immer nur die Renditen zwischen den Verfallstagen an der Eurex betrachtet werden? Auch wenn es theoretisch keinen Anlass geben darf, hier einen Unterschied zu machen – ich würde gern sehen, dass die Empirie hier die Theorie bestätigen kann.

    • Adrian Gohla  On Juli 26, 2013 at 9:15 pm

      Danke für die Anmerkungen. Ich sehe es mit der niedrigen Vola genauso. Sie spiegelt im moment nicht die tatsächliche Nervosität wider. Dann bietet es sich, auf der Longseite einzusteigen.
      Und das ist auch die richtige Strategie. Mann muss es nur tun.Ich habe im letzten Monat einfach einen Stranglle gekauft und schon nach ein paar Tagen hatte ich den größten Teil im Gewinn zurück. Hätte ich nicht mit Verkäufen von Optionen experimentiert, dann wäre ich mit großem Gewinn rausgekommen.
      Fazit: Bei den aktuellen Optionspreisen, die bedingt durch die IV niedrig sind, sollte man Optionen kaufen.
      An die Auswertung zwischen den Verfällen habe ich öfter gedacht. Aber ich erwarte da keine eindeutigen Ergebnisse, weil es zu wenig Daten gibt. Interessant wäre es für mich insofern, um den tatsächlichen und nicht theoretischen Zeitwertverfall in den letzten zwei Wochen zu sehen.

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