Covered Calls – neue Mode?

Auffällig ist es schon. Seit der DAX eher seitwärts, öfter aufwärts und selten rückwärts sich bewegt, haben die Freunde des Positionshandels mit Optionen Hochkonjunktur. Der Verkauf von Optionen als primäres Geschäft ist langsam in Mode gekommen. Plötzlich erreichen mich E-Mails mit Hinweisen auf diverse Seminare, Webinare und Bücher. Und das liegt nicht nur am Bekanntheitsgrad dieses Blogs. Angesichts der negativen Zinsen und der gegen Null tendierenden Volatilität bleibt das passive Optionsgeschäft die einzige Alternative.

Ganz oben in der Beliebtheitsskala der Seminaranbieter bleibt das Covered Calls Writting (CCW) – Verkauf von gedeckten Aktienoptionen. Eine Kombinationsstrategie der Standardoptionen mit Aktien, die als besonders sexy gilt. Denn sie schützt das Aktienportfolio und steigert den potenziellen Gewinn aus Kurssteigerungen. Und vor allem bringt sie Rendite auch in lauen, seitwärtsgerichteten Marktphasen. Einfach Toll! Zumindest wenn man den Prospekten, Newslettern und Börsenbriefen glaubt.  Über die Wahrheit spricht kaum einer, schon gar nicht die Händler. An dieser Stelle ein Hinweis in eigener Sache. Auf Wunsch biete ich individuelles Optionen-Coaching zum Thema Covered Calls an. Per Telefon oder im persönlichen Treffen. Dauer 2-3 Stunden, Kosten 100 Euro. Immerhin viel günstiger als die meisten Seminare, wo man 75% der Zeit über die Grundlagen aus den Büchern spricht.

Jetzt aber zur Sache, Adrian.

Der Teufel steckt wie immer im Detail und macht das Geschäft langweilig, wie bei den meisten erfolgreichen Börsengeschäften.

Funktionsweise

Sie kaufen Aktien  oder besitzen sie bereits und dann verkaufen Sie Kaufoptionen (Calls) auf diese Aktien. Diese sind typischerweise mit einer Laufzeit von 4 Wochen und dem Basispreis knapp über dem aktuellen Aktienkurs ausgestattet.

Nun fangen wir an, die Mythen über die Covered Calls zu kippen.

1. Mythos – Seitwärtsmärkte.

Kennen Sie diese? Ich nicht Zwar neigen manche Aktienkurse auf lange Sicht zur wenig Veränderung. Meist herrscht eine große Ungewissheit über die Geschäftsaussichten und die Dividenden. Aber Vorsicht! Die Kurse solcher Aktien neigen zum digitalen Verhalten. Das heißt, sie können binnen weniger Stunden und Tage um 10-20% schwanken Beispiel EON. Während der Laufzeit eines Covered Calls tritt somit eine gigantische Veränderung ein. Im nächsten Monat geht es wieder in die andere Richtung.

2 Zweiter Mythos – Absicherung

Das ist der größte Quatsch!

Durch den Verkauf der CC sichern Sie sich zwar einen Puffer. Dieser beträgt jedoch max. 1-2% des Kurses. Sonst verlieren Sie mit dem Geschäft fast genauso viel wie mit den Aktien.

3. Mythos – Steigerung der Rendite

Ja, das stimmt, wenn bis zur Laufzeit der Optionen der Aktienkurs exakt am Basispreis steht. Habe bis jetzt noch nie erlebt.

Alles Unsinn also?

Von wegen! Ich muss selber zugeben, dass das CCW zu meinen erfolgreichsten Strategien gehört. Wenn ich alles richtig mache, dann verdiene ich damit zurzeit zwischen 12-20% im Jahr.

Es ist aber viel komplexer und bedarf ständiger Kontrolle und Disziplin. Wie immer an der Börse.

Es gibt eine deutsche Webseite, auf welcher die sog. Insiderdaten veröffentlicht werden. Es handelt sich dabei i. d. R. um den Handel mit den Unternehmensaktien, sofern die Transaktion durch einen Manager durchgeführt wird.  Dort sehen Sie, wie die Insider Covered Calls traden. Sehr oft greifen sie auf die bewährte Strategie zurück, den Collar, in welcher für einen Teil der eingenommenen Optionsprämie Puts gekauft werden, um sich gegen etwaige Kursverluste zu schützen.

Oder sie kombinieren Verkäufe von sog. Gedeckten Puts mit dem CCW.

Wenn Sie von der Aktien nicht mehr überzeugt sind, dann ist das CCW jedenfalls eine unbrauchbare Strategie.

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Kommentare

  • kiwirally  On Dezember 13, 2013 at 4:14 pm

    Der Artikel ist recht interessant.
    Haben Sie schon ausgerechnet was ist die Bilanz von allen Transaktionen, die Sie für Ihr ganzes Börsen-Leben durchgeführt haben?

    • Adrian Gohla  On Dezember 13, 2013 at 4:39 pm

      Ja, in den 1990er ging es nur steil nach oben, danach schwankend, 2008-2009 Verluste danach leicht steigend, 2013 stark positiv

  • kiwirally  On Dezember 17, 2013 at 2:38 pm

    Mich hätte eigentlich die Bilanz als Prozent-Zahl interessiert, wenn das kein Geheimnis ist 🙂

    • Adrian Gohla  On Dezember 17, 2013 at 10:03 pm

      Zielrendite 10-30% p. a. auf das insgesamt zur Verfügung stehende Kapital (nicht Margin). Das Kapital hat natürlich in den letzten Jahren stark geschwankt, deshalb kann ich keine genaue Zahl nennen.

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