Stimmt „Sell in May und go away“ doch?

Die alte Börsenregel beschäftigt in diesen Tagen nicht wenige Autoren. Oft wird dabei Schleichwerbung für Anbieter von Zertifikaten gemacht wie zuletzt in boerse.ard.de. Man solle die bewährte Regel gleich umsetzen und schauen, wie die Gewinne sprudeln.

Ich muss aber zugeben, dass ich ebenfalls nicht unverschont von der Magie des Monats Mai bleibe. Die schönsten Momente meines Lebens verbinde ich mit dem Mai. Die Düfte, die Vorfreude auf etwas Undefinierbares, lauwarme Abende auf dem Lande und der schlesische Marienkult, der mich als Kind stets im Mai begleitete haben eine einzigartige Aura um diesen Monat in meiner Erinnerung geschaffen.

Und wie ist es mit seiner Wirkung auf meine Finanzen? Ambivalent. Einerseits habe ich meist die größten Veränderungen in dieser Zeit erfahren oder bekam zumindest die Gelegenheit dazu. Was die Börse angeht, unterscheidet sich der Mai nicht wesentlich von anderen Monaten, aber ich kann mich immer an eine positive, zu optimistische Stimmung, die mich trug erinnern. Alles scheint einfach und der Erfolg liegt nahe.

Einige Male bin ich auf die Nase gefallen, nicht jedoch öfter als in anderen Monaten.

Vor einigen Jahren schrieb ich in diesem Blog einmal über den Börsenmonat Mai. Damals zweifelte ich an der Regel „Sell in May…“. Ich ging dabei eher unsystematisch vor und schaute kurzerhand auf die Charts. Daraus schloss ich auf einen geringen Einfluss des Mai auf die DAX-Performance.

Nun ging ich der Sache auf den Grund. Ich analysierte die historischen DAX-Kurse seit 1990 und betrachtete dabei zwei Szenarien:

1. Ich wette Anfang Mai auf den steigenden DAX und kaufe zum Beispiel ein Derivat oder einen Aktienkorb, mit welchem ich den Index komplett abbilde. Zum Jahresende schließe ich die Position.

2. Gleiches Spiel, allerdings steige ich Ende Mai ein.

Welchen Gewinn habe ich in den Jahren 1990-2013 erwirtschaftet? Na klar, stark negativ!

Die Grafik unten verdeutlicht das am besten.

Zwar liegen die guten und schlechten Trades etwa im Gleichgewicht, aber die schlechten tragen insgesamt viel mehr zum Gesamtergebnis bei. Mit anderen Worten, wenn man ein schlechtes Jahr erwischt, war der Mai um so verlustreicher. In guten Jahren konnte man wohl in jedem Monat einsteigen und gut verdienen.

Und ein Hinweis kommt für mich auch Ergebnis dieser Analyse hinzu. Verkaufen mit kleinen Verlusten ist schmerzlich, demotivierend und kostspielig, aber immer noch besser, als mit großem Verlust aus dem Spiel aus gekickt zu werden. Diese spießige Weisheit habe ich viele Jahre stets abgelehnt und stelle immer fest, dass sie in jedem Umfeld und jedes Produkt gilt. Das heißt natürlich nicht, dass man mit Stopp-Loss erfolgreicher Börsianer wird, man bleibt jedoch im Spiel und kann seine Strategie anpassen.

Fazit?

Ich werde zumindest die Positionen nicht ausbauen und handle den DAX daily. Interessenten können es auch über mein Wikifolio tun, dessen Kennzahl ich nicht verrate, sonst wäre es hier auch nur Schleichwerbung.  🙂

 

Präsentation1

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