Optionen-Musterdepot – Stand nach dem Septemberverfall

Um dem Wunsch einiger meiner Leser entgegen zu kommen, versuche ich nun wie vor Jahren meine Optionsgeschäfte regelmäßig zu kommentieren. Zumindest einmal im Monat nach dem EUREX-Verfall macht es einen Sinn.

Die folgende Aufstellung ist im Moment weniger aussagekräftig, da sie zahlreiche langlaufende Positionen enthält. Ich handle vorwiegend sog. Kalender-Spreads oder besser gesagt diagonal calendar spreads. Folgende Transaktionen werden normalerweise durchgeführt:

  1. Ich kaufe einen langlaufenden Call/Put zum Basispreis A/B, Mindestlaufzeit 6 Monate
  2. Ich verkaufe einen kurzlaufenden Call/Put zum Basispreis C/D, wobei A>B und D

Nach dem Verfall werden neue kurzlaufende Optionen verkauft. So kann ich ein regelmäßiges Einkommen erzielen und halte das Risiko in Grenzen.

Diese Kombinationsstrategie hat den Vorteil, dass sie die Margin-Anforderung erheblich reduziert. Darüber hinaus ist die Position vega-positiv. Ich profitiere von steigender Vola. Das Summendelta ist meist leicht negativ.

Die größte Schwierigkeit besteht darin, eine ins Geld gekommene kurzlaufende Option auf den nächsten Monat zu rollen. Dies habe ich in vielen Jahren gelernt und muss auch heute jedes Mal neu entscheiden, wie ich vorgehe. Denn Sie realisieren einen Verlust und haben unter Umständen einen Gewinn auf der Longseite. Deshalb ist das weitere Vorgehen nicht trivial. Generell beabsichtige ich auf monatlicher Basis ein regelmäßiges Einkommen zu generieren und aus dem Grund meide ich es, die gesamte Position zu schließen.

Abe jetzt zu dem Depot

  1. Lufthansa:

Longseite Dez Put 16, Dez Call 14,0

Shortseite Oktober Put 14, Oktober Call 13,5

Kommentar: Die Puts werde immer schwieriger, da die Longseite tief im Geld ist. Deshalb hoffe ich mit den Calls, mehr Zeitwert zu verkaufen.

  1. Deutsche Post

Long: Dez Put 24

Short Oktober Put 25

Kommentar: Hier läuft seit Monaten alles rund. Ich trade vorerst nur Puts.

  1. Deutsche Bank

Long: Dez Put 24, Dez Call 33

Short Oktober Put 27, Oktober Call 30

Kommentar: Meine profitabelste Position. Ich beobachte und handle die Aktie seit vielen Jahren und verlasse mich auf das gute Gespür.

  1. EON

Long: Dez Put 12,5, Dez. Call 14,5

Short: Oktober Put 13,5, Oktober Call 14,5

Kommentar: eigentlich eine schwierige Aktie, den einerseits tendiert sie seitwärts und dennoch mit großen Sprüngen. Inzwischen glaube ich, sie mehr im Griff zu haben.

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Kommentare

  • Niels Rothermel  On September 23, 2014 at 1:10 pm

    Hallo Herr Gohla, zunächst vielen Dank für den Einblick. Ihr Blog hat mich motiviert mich intensiver mit Optionen zu befassen. Da ich letzten Monat selbst DBK Optionen gehandelt habe hierzu eine Frage: Inwiefern lohnt sich der Verkauf des 30 Oktober Calls? Nach einem Screenshot den Sie vor ein paar Posts gezeigt haben handeln Sie auch über Lynx und schlagen die Ordergebühren doch schon kräftig zu Buche? Ich zahle 2 € pro Kontrakt.
    Viele Grüße

    • Adrian Gohla  On September 23, 2014 at 1:31 pm

      Hallo Rothermel,
      es freut mich. Zu den Calls. Sie meinen einen nackten Verkauf, oder? Oder Covered Calls? Im letzteren Fal ja. Wenn Sie aber 30 Calls ohne Gegenposition verkaufen, dann wäre ich vorsichtig. Mit 0,05 Euro Prämie ist das Gewinn/Risiko-Verhältnis sehr ungünstig. Die Fausregel für den Gewinn lautet 10% auf Margin und Delta unter 0,1. Wenn ich Momentum traden will, dann kaufe ich Puts oder verkaufe einen tieferen Strike. Ev. könnten Sie einen Kondor 29/30 verkaufen… Zu dem Broker- by Lynx handle ich nur Index-Optionen und CfDs.
      Gruß

      • Niels Rothermel  On September 23, 2014 at 1:53 pm

        Hallo,
        ich beziehe mich auf Ihre Shortposition bei DBK. Da der Call sehr weit aus dem Geld ist habe ich mich lediglich gefragt ob sich der Verkauf rechnet. Vor allem in dem Fall, dass man sich zum Rollen entscheidet. Es kann aber auch gut sein, dass ich den Zweck der Position fehlinterpretiere.
        Grüße

      • Adrian Gohla  On September 23, 2014 at 8:17 pm

        Hallo,
        der Call war gesetrn noch so viel wert, dass es sich lohnte, diesen zu verkaufen. Heute jedoch nicht. Im Optionsgeschäft kommt es sehr oft auf den Zeitpunkt und Geduld an, obwohl die wenigsten Bücher und Briefe diesen Aspekt betonen.
        Gruß

  • Thomas  On September 24, 2014 at 9:16 am

    Wie Adrian schon geschrieben hat, es lohnt sich immer auf die Optionspreise zu schauen wenn die Kanonen donnern. Gestern sind die Volatilitäten in die Höhe geschossen und mit Abstauberlimits habe ich immerhin 3 der 5 in den Markt gesetzten Trades auch umgesetzt. Das sieht heute morgen schon wieder ganz anders aus. Ich kann nur empfehlen beim Kauf von einzelnen Optionen oder auch von Kombinationen mit Limits zu arbeiten. Die Gewnnspanne ist eng und die Kommissionen drücken schon genug da ist es unklug unbedingt rein zu wollen.

    Btw.: Ich fahre mit DBK, DPW und LHA auch ganz gut in den letzten Monaten. Dazu kommt dann noch die Aareal Bank (ARL) und das reicht dann auch schon fast, was die deutschen Werte angeht. Die Werte und die Firmen dahinter müssen einem aber auch liegen. Ich kenne genügend Trader, die fast nur auf Autobauer oder Energie setzen. Für alle aber gilt: Geduld 🙂

    Grüße
    Thomas

  • Matthias  On September 24, 2014 at 9:41 am

    Wie gehen Sie mit den Long-Optionen vor? Werden diese bis zum Verfall gehalten? In den letzten Wochen vor dem Verfall ist ja der Zeitwertverlust am stärksten?!

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