DAX im Crash-Modus – jetzt muss es schnell gehen

Die Crash-Propheten warten darauf schon seit Jahren. Ich bin mir sicher, dass auch Ihnen sofort jemand einfällt, der nicht in Aktien investiert ist und wartet, bis die Kurse unten sind. Nicht wenige spekulieren auf fallende Kurse. Alle waren bisher durch die Robustheit der Börse zur Verzweiflung gebracht.

Denn es war einerseits offensichtlich, dass die Indizes nicht mehr steigen wollen. Zu ungewiss die Unternehmensgewinne und zu naiv die Hoffnungslosigkeit der Zentralbanken, die ständig neues Geld in die Märkte pumpten.

Hinzu kamen zahlreiche geopolitische Spannungen. Kriege liefern zwar insgesamt Treibstoff für die Märkte, sobald jedoch dessen Ausgang unberechenbar ist, können die Ängste zu extremen Kursschwankungen führen. Beispiel, Irak 2003- die Angst vor einem Flächenbrand im Nahen Osten hat den DAX bis auf unter 2500 gedrückt. Sobald der Krieg ausgebrochen ist, wurde allen klar, alles sei halb so wild. Der Krieg wird schnell zu Ende gebracht.

Anderes Beispiel – der Krieg in der Ukraine. Hier wurde zeitweise mit dem Eingreifen Putins gerechnet und dementsprechend sanken die Indizes zeitweise stark. Nachdem seine Zurückhaltung sowie eine friedliche Lösung zumindest auf kurze Sicht erkennbar wurde, reagierten die Märkte kaum noch.

Umgekehrt im Nahen Osten. Hier wurde der Syrien- und Irakkrieg durch die Medien lange für sehr lokal gehalten. Bis die ISIS zum Thema wurde. Plötzlich wurde uns bewusst, wie verletzlich unsere westliche Zivilisation ist, wie schnell die Freiheit, Demokratie und freie Selbstentfaltung zerstört werden kann, wie durch ein Erdbeben.

Entsprechend war auch die Reaktion der Märkte. Aber der finale Auslöser fehlte bis vor ein paar Tagen immer noch. Und dann kam die Ankündigung der EZB, aus Verzweiflung die Anleihen schlechter Qualität zu kaufen. Und immer mehr Makroindikatoren und immer mehr enttäuschende Unternehmenszahlen.

Die übrige Arbeit haben Spekulanten getan, die sich scharenweise auf den DAX setzten und versuchten ihn durch Leerverkäufe zu drücken.

Nun ist es soweit und wir freuen uns, dass die Märkte korrigieren. Wichtig ist, dass jetzt nicht wieder gleich eine Gegenbewegung einsetzt und der Index zum alten Seitwärtskanal zurückkehrt. Denn die Märkte haben noch einen langen Weg vor sich. Das einzig Gute ist die Tatsache, dass die Kursstürze jetzt immer größer und häufiger werden. Fünf Jahre brauchte der DAX, um über 6000 Punkte zu gewinnen, etwas mehr als ein Jahr wird er für den Rückgang benötigen, so meine Einschätzung.

Was tun? Ich baue meine Optionspositionen nicht wirklich ab, sondern drehe sie sozusagen in eine andere Richtung um.

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Kommentare

  • Fibo  On Oktober 10, 2014 at 8:33 pm

    Ich habe in den letzten 3 Wochen ehrhebliche Verluste erlitten, und habe schlussenendlich heute eine Reißleine gezogen, bevor bis 17.10 womöglch mein Depot platt ist.

    Warum?
    Meine Befürchtung aus den letzten Monaten manifestiert sich langsam im Kurs: Das Top haben wir erreicht. Notenbanken tendieren eher zur Rückkehr zum Mittelwert, sprich QE sinkt/Leitzinsen steigen mittelfristig (EZB ist da eine (!!) temporäre Ausnahme), der ferne Osten zeigt sein wahres Gesicht (China ist einer der größten Risikofaktoren mit Downside-Potenzial; Japan wird mit den Abenomics zumindest mit Aktien schwere Zeiten vor sich haben).

    Ich will nicht kategorisch alles schwarzmalen… aber fällt Ihnen ein guter Grund ein, dass wir nicht das „Top“ des aktuellen Aktienmarktzyklus seit 2009 gesehen haben? Ich bin der festen Überzeugung, dass wir uns in Wellen bewegen. Mir schwahnt, die Welle neigt sich gerade Richtung Süden. Sollte nochmals eine Erholung bis DAX 9500 kommen, dann ist das vielmehr für mich das Phänomen wie 2007/08 – als es nur den Auslöser Lehman brauchte.

    Wir sahen jetzt bis zu 13% Verlust im Dax – sicherlich hastig (überhastet?), aber nicht das Ende.

    China+Japan+ Europa befinden sich relativ in einem wirtscha
    ftlichen Abschwung (was nicht notwendigerweise rezessiv sein muss), allein Amerika hält noch die Fahne nach oben. Aber sie alleine können aus auch nicht richten.

    Ich bin gespannt auf den 17.10 – und vor allem, was danach passieren wird. Meine Prognose ist negativ.

  • Thomas  On Oktober 14, 2014 at 5:06 pm

    Der Markt bewegt sich in Wellen. Die aktuelle ist allerdings noch nicht am Top angekommen. Die Bewertungen der Aktienmärkte und die Gewinnerwartungen laufen noch nicht auseinander. Dass es Krisen gibt ist wahr, nur schaden die nicht unbedingt, weil dadurch bleiben alle überrealistisch und es bildet sich eben keine Blase heraus. Ich bin optimistisch für die nahe Zukunft was die Aktienmärkte angeht. Solange es nicht DAS eine Ereignis gibt wie ein Staatsbankrott oder ähnliches werden sich alle weiter durchwinden. Es ist ein gutes Zeichen, dass die zittrigen Hände Dem Aktienmarkt den Rücken kehren und dass hoffnungslos überbewerte Firmen wieder zusammengeschrumpft sind. Ich erwarte weiter keine Rezession, sondern moderates Wachstum und solange das so bleibt gibt es Hoffnung. Nur meine Meinung.

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