Mit den Optionen ins 2015

Inzwischen plane ich sorgfältig meine Optionsgeschäfte im nächsten Jahr. Und ich greife dabei auf die gesamte Erfahrung der letzten 15 Jahre zurück. Denn jedes Jahr war anders und doch ähnlich, was meine Kreativität bei der Erzeugung neuer Fehler angeht.

1. Anfangs war es schlicht Glücksspiel.  Ich merkte,  der Kauf von Optionen kann durchaus lohnend sein, wenn eine Aktie positiv eröffnete. Startet der DAX mit einer Aufwärtslücke ( UP-gap), dann stehen die statistischen Chancen nicht schlecht, dass ein Kauf am Ende des Tages mit Gewinn geschlossen werden kann.

2. Diese Strategie brachte gute Ergebnisse, aber ich wollte mehr. Ich träumte vom regelmäßigen Einkommen und fand schnell heraus, dass sich dieses nur mit den Stillaltergeschäften realisieren lässt. Ich begann mit den Covered Calls ohne sich sogar eine Minute über die ungünstigen Szenarien Gedanken zu machen. Danach folgten Nackte Strangles, die ich im Rahmen des 1 Million Projekts im Blog bedauerlicherweise publizierte. Nach dem Oktober 2008 Crash ging ich zu den Kalender-Spreads über, denn ich merkte, dass ich mental und finanziell nicht in der Lage bin, ungedeckte Optionen im Depot zu halten. Leider hatte ich mit dabei wieder die schwierigste Variante ausgesucht und machte mir nicht einmal die Mühe, das gesamte Delta oder Vega der Position zu berechnen. Das Ergebnis waren leicht schwankende und dennoch im Schnitt sinkende Ergebnisse.

3. Schließlich nach über 12 Jahren kam die „Erleuchtung“. Ich schaute mir die einzelnen Strategien kritischer an. Was erwarte ich im Markt? Wie stehen die Ratios insbesondere Kurs/Gewinn-Verhältnis? Und vor allem – wie ist die statistische Gewinnwahrscheinlichkeit? Und hier stoss ich auf eine Überraschung. denn egal welche Aktien im deutschen Markt ich analysierte, das Ergebnis war immer gleich. Ungedeckte Stillhaltergeschäfte lohnen sich nur sehr weit aus dem Geld. Ansonsten geht das Spiel nur dann auf, wenn die neue Position nach dem Rollen immer größer wird.

Ich kam am Ende zum Schluss, dass sich deltaneutrale Käufe von Optionen auf jeden Fall mehr lohnen. Der Markt ist und bleibt unberechenbar. Extreme Preisänderungen in wenigen Tagen vor dem Verfall sind nicht selten. Eigentlich die das Stillhalten ein reines Wunschdenken. Man träumt von regelmäßigen Einnahmen.  Lieber weniger dafür fest als viel aber unsicher.

Dabei muss ich nach den vielen Jahren feststellen, dass ich selten den Mangel an außergewöhnlichen Kursbewegungen  innerhalb der Optionsperiode beobachtet habe. Und auch in den vergangenen 3 Wochen sehen wir es bei EON, Luftnahsa und anderen.

4. Inzwischen bin ich reifer geworden. Ich werde reine Käufe mit Verkäufen kombinieren. Den Kalenderspreads bleibe ich auch ein wenig treu, aber eben nur dann, wenn ich auch ein bestimmtes Kursverhalten erwarte, z. B. ein steigendes Vega und wenig Kursänderung.

Zum Beispiel plane ich mit der Deutschen Bank sog. double Diagonal zu traden. Habe sogar konkrete Trades vor. Mehr dazu in den kommenden Tagen.

Und eins weiß ich mit Sicherheit. Der Markt wird mich wieder überraschen und ich das nächste Jahr, falls noch am Leben, mit neuen Erfahrungen verlasen werde, die hier als Weisheiten gepostet werden.

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