Es ist Katastropenhausse

Und nur ein Blinder sieht sie nicht. Schauen wir uns den Chart an. Was sehen Sie? Offensichtlich sind zwei Fakten:

– Der DAX hat im Januar eindeutig die mehrmonatige Seitwärtsbewegung verlassen.

– Der Trend ist stabil mit einer erstaunlichen Anstiegsrate.

Ich habe vor einigen Wochen den Schlusskurs am heutigen Verfallstag bei 11.000 prognostiziert. Vorher erwartete ich mind. 10.600 Und wo stand der Index heute um 13:00 Uhr? Nun, diese Prognose war ja nicht nur durch Zufall sondern auch durch die Analyse der EUREX-Zahlen zum Volltreffer geworden. Aber sei es drum. Was passiert bis zum 20 März?. Eine Korrektur kann natürlich immer wieder kommen und sehr heftig werden. Abgesehen von diesem Szenario erwarte ich den DAX bei 11.800. Und ich werde mit meinen Stilhaltergeschäften auf diesen Wert zusteuern. Mehr darüber morgen in meinem Optionsbericht.

Schauen Sie noch einmal auf den Index unten. Die 200-Tage Linie ist vor Wochen überschritten worden. Man sprach kaum darüber. Nur viel früher, als der Index sozusagen unentschlossen hin und her pendelte.

Ja, ich weiß, es ist eine Spekulation. Neulich traf ich im Zug einen alten Arbeitskollegen aus meiner Deutsche Bank Zeit. Der Mann arbeitet jetzt bei der EUREX im Clearing. Wir unterhielten uns wie zwei Herren in den mittleren Jahren, das die Welt zum Teufel geht und dass wir eigentlich streng genommen noch viele Jahre arbeiten müssten. Als ich dann über meine Börsenpläne sprach, sah ich großes Staunen in seinem Gesicht. „Du glaubst wirklich daran? Für mich ist die Börse ein großes Casino und ich mache da nicht mit!“. Tja, was ist auf den Welt kein Spiel…?

Natürlich übertreiben Märkte in beide Richtungen oft beliebig lange. Aber letzten Endes antizipieren sie nur die Realwirtschaft. Schenkt die EZB Steuergelder den Banken, dann können Aktienkurse nicht fallen, so einfach ist es. Was sicherlich beunruhigt, ist eher die Tatsache, dass sogar die schlechteste Nachrichten aus der Wirtschaft schlicht ignoriert werden. Das ist ein guter Indikator einer größeren Korrektur. Aber auf Dauer fallen? Warum zum Teufel?

Es ist Hausse, die keine haben will. Wie sehr wünschen sich besonders die Deutschen leicht steigende Zinsen und fallende Aktienmärkte…

Eine passende Bezeichnung dieser Rally ist Katastrophenhausse. Denn so grausam und unfriedlich war die Welt schon lange nicht. Im Rahmen einer Religion wird auf grausamste Weise gemordet und keiner trau sich das deutlich zu sagen. Der Westen versorgt Kriegsparteien weltweit und importiert Terrorismus. Atommacht Russland wird provoziert, in ein lokales Konflikt einzugreifen. Und die ISIS steht vor Toren Europas in Libyen.

Vielleicht durch die viele Aktivität und das billige Öl werden Märkte ebenfalls getrieben.

Chart m. f.G. http://www.tradesignalonline.com

Chart

Advertisements
Post a comment or leave a trackback: Trackback URL.

Kommentare

  • T  On Februar 21, 2015 at 2:58 pm

    Klasse Blogeintrag, Adrian!

    Mich würde ja auch mal ein Eintrag von Dir zu deinen Beobachtungen bzgl. der Eurex-Volumina interessieren.
    Offensichtlich suchst du nach jener Put-Serie, die gerade noch ein nennenswertes Open Interest aufweist. Nicht notwendigerweise muss der DAX dann bis zum Strike (gegenwärtig 12.000) laufen… du befindest diese Marke jedoch für potenziell realisierbar. Verstehe ich das grob richtig?

    Lässt sich das sachlogisch erklären mit dem Verhalten der Marktteilnehmer?
    Ließe sich das erfharungsgemäß z.B. auch in Seitwärts- oder fallenden Märkten verwenden?
    Kann man auch aus dem OI von Calls Informationen ziehen?
    Was lässt sich aus einer Betrachtung über die Laufzeiten ziehen?

    • Adrian Gohla  On Februar 21, 2015 at 7:22 pm

      Danke, ja, ich schaue mir beides an. Allerdings muss man dabei viele Faktoren berücksichtigen. Im steigenden Markt schaue ich zuerst auf Calls. Zweitens weiß ich aus Erfahrung etwa, welche Veränderung in dem Zeitraum realistisch ist. Drittens, gibt es Sprünge, oder sind die OI gleichmäßig über mehrere Strikes verteilt. Das Letztere spricht eher für eine Unentschlossenheit der Marktteilnehmer. Ausgeprägte Peaks sind schin mal ein guter Indikator. Volumina? Da habe ich einige Versuche in den letzten Jahren unternommen und fand nie etwas heraus. Eher das Put/Call-Ratio… Begründung? Nun, die DAX – Händler einigen sich in der Regel schon rechtzeitig auf die voraus. Maxima oder Minima.

  • ediric01  On Februar 24, 2015 at 9:51 pm

    Ich kann dem nur zustimmen. Man sollte immer das OI im Auge haben. Dort stehen die großen Adressen, die auch einen Markt bewegen können. Siehe auch die 80 Punkte am Freitag um 13:00 Uhr.

    Es gibt aber außer OI und P/C noch andere Kennzahlen, die man aus den Optionsdaten ableiten kann.

    Gruß
    ediric

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: