Wer braucht die Deutsche Bank mit oder ohne Postbank

Gemischte Gefühle habe ich, wenn ich über von der Problemen der Deutschen höre. Immer wieder und seit Jahren.

Probleme die ausnahmslos hausgemacht sind. Probleme die ihre Wurzeln in der Überheblichkeit, Ideenlosigkeit und Gier haben. Gleichzeitig würde mir dieses einst große Geldinstitut von Welt fast leid tun, wenn ich erst gestern geboren wäre und nicht die klägliche Vorgeschichte nicht kannte.

Denn die Misere der Deutschen Bank ist keine Naturkatastrophe. Mittlerweile sehe ich das größte Problem in der Tatsache, dass dieses Institut es schafft, immer wieder Geld zu verdienen. Sonst wäre es längst geschluckt und zuvor zerlegt. Dieser Gnadenschuss wäre ein Geschenk für die deutsche Wirtschaft. Aber die Deutsche ist wie Italien, ein Land, das durch die inneren Probleme eigentlich so zerfressen ist, dass es sich auflösen müsste. Aber es kriegt immer die Kurve, weil es stets im letzten Moment gescheite Menschen an die Macht bringt, die kurzfristig Ordnung schaffen. Zwar hat die Deutsche nicht eine solche Führung schon seit Jahren, aber sie hat Netzwerke und einen Ruf, der neue Kunden in ihr Netz treibt. Sie ist systematisch, das heißt obwohl privatwirtschaftlich geführt dennoch vor Pleiten staatlich geschützt. Ein weiterer Grund, weshalb die Deutsche nicht aufgelöst wird, liegt in der Substanz. Die Deutsche Bank beschäftigt viele motivierte, intelligente und gut ausgebildete und loyale Mitarbeiter. Bedenken Sie, wie viele Bewerbungen täglich auf dem Tische der HR-Abteilung landen. Die Bank verfügt über hervorragende Infrastruktur. Aller Kritik zum Trotz hat sie sich schon immer geleistet, auf technologischen Fortschritt zu setzen, um später über hohe Kosten zu klagen.

Sie ist dennoch als Universalbank zum Scheitern verurteilt. Für die Deutschen ist sie zu angelsächsisch, für die Ausländer zu unbeweglich, deutsch halt.

Eine sinnvolle Lösung wäre eine Trennung und Bündelung des Investmentgeschäfts und Vermögensverwaltung zu einer Kapitalanlage- und Beratungsgesellschaft zum Beispiel als „Deutsche Bank Capital AG“. Wahrscheinlich wäre sie sehr erfolgreich mit einem sehr hohen Börsenwert.

Das Privatkundengeschäft, Transaktionsgeschäft und der Rest sollte verstaatlicht werden zum Wohle der Gesellschaft. Denn sie nicht bereit, für Finanzdienstleitungen zu zahlen, anders als die US-Amerikaner. Kostenloses Konto, Keine Gebühren und Beratung sowieso. Leben kann ein Geldinstitut davon kaum.

Das Outsourcing des Investmentbanking hätte eine weitere positive Folge. Manipulationen von Indizes, Devisenkursen und abwertende Aussagen über die finanzielle Lage einiger Kunden könnte sich dieses Unternehmen nicht leisten. Die Firma wäre dann schnell pleite oder zumindest die Verantwortlichen gleich bestraft.

Aber die vielen Klagen werden als Hauptproblem der Deutschen überschätzt. Denn diese Bank hat ein generelles Problem mit der eigenen strategischen Ausrichtung.

Schauen wir uns die Problemzonen an.

  1. Keine Strategie; Das Problem plagt zwar viele andere insbesondere deutsche Geldinstitute, aber als Universalbank ist die Deutsche besonders gefährdet. Schauen wir uns die Ergebnisse der Pressekonferenz zur Strategie der Deutschen Bank am 27. April 2015 an. Dort steht unter anderem

„Beitrag der Postbank zur gruppenweiten

Refinanzierung und Liquidität durch

regulatorische Anforderungen begrenzt“

Damit wird die ganze Wahrheit auf den Punkt gebracht. Die Postbank wurde gekauft, um dem Investmentbanking der Deutschen die Liquidität zu liefern. Seit ca. 3 Jahren steht fest, dass die Aussicht dies nicht zulassen wird. Seitdem geht es nur noch darum, wie und nicht ob die Postbank abgestoßen wird.

Denkens Sie an die Millionen, die inzwischen für die Migration der Postbank ausgegeben worden sind. An die vielen Autofahrten der leitenden Angestellten zwischen Frankfurt und Bonn. An die Monster-Projekte wie Magellan oder ähnlich. Alles für die Katz.

Und jetzt heißt es „Neuausrichtung des Privatkundengeschäfts: Prozess

und Zeitplan zur Entkonsolidierung der Postbank“.

Was hat man sich dabei gedacht. In der Postbank wird auch heute eine Beamtenkarriere gefördert. Ja, es gibt dort öffentliche Bekanntmachungen über Beförderungen im Rahmen der Beamtenlaufbahn. Passt das zu den Handelsräumen der Deutschen ???

  1. 2. Widersprüchliche nicht nachvollziehbare Geschäftszahlen. Ich kenne die alten Zahlen, sie sind für jeden doch im Internet einsehbar.

Beispiel:

In DB: Strategic Planning Process 2013-2018 wurde das Leverage Ratio erst ab 2017 auf > 3% verzielt

Und jetzt plötzlich findet man die 3% zu wenig und stellt diese Kennzahl in den Vordergrund.

Drei Milliarden IbIt ( Gewinn vor Steuern) sollte die Postbank bis 2015 pro Jahr erwirtschaften. Und überhaupt waren Gewinn und Performancezahlen die wichtigsten in den Strategiepapieren 2013. Davon ist gerade mal 1 Mrd. geblieben. Und das Stichwort Gewinn oder Performance ist ebenfalls in den neusten Strategie-Papieren schwer zu finden

Der Aktienkurs gehört zu den wenigen, der seit 2010 nur noch seitwärts pendelt, während der Gesamtmarkt sich verdoppelt hat.

So nicht liebe Deutsche Bank, wir erwarten Ideen und Mut und kein jein!

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