Nach der Korrektur – kein Blutbad, lessons learnt und warum EUREX die Privatanleger doch nicht mag

Die blutige Woche ist nun zu Ende. Würde man meinen. Der Beginn einer vorübergehenden Rally nicht ausgeschlossen, allen Lesern zum Trotz, die in diesem Forum über meine Jahresendrally-Phantasien gespottet haben. Das spielt keine Rolle Denn die hochvolatile Phase ist noch nicht zu Ende.

Ich habe öfter darüber geschrieben, dass die Schwankungsbreite in den Märkten einem langfristigen Zyklus unterliegt, der aus Clustern besteht. Wir befinden uns zurzeit im Anstieg. Deshalb sind weitere Sprünge der impliziten Volatilität, wie wir es gesehen haben, sehr wahrscheinlich. Ich würde mich darauf einstellen.

Unabhängig davon ist die Lage im DAX in wenigen Stichworten zusammenzustellen.

  • Ausgehend vom Oktober 2014 und dem Stand 8331 hat der Index die Maximalkorrektur unterschritten.
  • – 9335 und 8682 sind die nächsten Unterstützungen
  • Darunter 7794 und dann ist der Weg frei
  • Allerdings befindet sich der DAX in der Erholungsphase und der Anstieg auf max. 11250 kann nicht ausgeschlossen werden

Jetzt aber dazu, was die meisten von Euch interessiert – zu meinem Portfolio. Ich habe eines aus der Vergangenheit gelernt. Lasse niemals offene Short-Positionen in Optionen ohne Gegenposition. Gerade ein Kleininvestor, wie ich es bin und der in diesem Blog hartnäckig über eigene Erfahrungen schreibt, muss besonders darauf achten. Denn der Tag X kommt. Und der ist gekommen. Ich war unterwegs zu meinem Urlaubsort (im Ausland) und hatte schlicht das Geschehen ignoriert. Über den Freitag-DAX erfuhr ich am Abend. Übrigens, zuletzt ist mir so etwas im Oktober 2008 passiert. Damals saß ich auf vielen offenen ungeschätzten Positionen und habe diese am nächsten Tag mit großen Verlusten schließen müssen.

Diesmal habe ich vorerst keine Position geschlossen und keine gerollt. Das Letztere ist bei fallenden Kursen viel einfacher als ich dachte, wenn man Credit-Spreads hält. Denn je tiefer der Strike, desto größer die Vola. Ich kaufte schon vorher einige Put Bull – Spreads und ließ sie einfach arbeiten.

Es sah erstmal sehr gut aus, da der Index anfing sich zu erholen. Leider passierte jetzt etwas Unerwartetes. Am Dienstag also in der Erholungsphase hat die EUREX eine absolut überzogene Margin-Anforderung auf meine Positionen gestellt und da ich mich eine Weile nicht meldete (war am Strand), wurde eine Position um 13:00 Uhr mit Verlust glatt gestellt. Ich finde so etwas nicht in Ordnung und legte eine Beschwerde ein. Das Modell, das die EUREX mittlerweile verwendet, widerspricht dem gesunden Menschenverstand. Und die Bank sollte nicht in Panik verfallen.

Im Einzelnen, ich hielt einen 10150 Put auf der Shortseite und einen 10900 dagegen auf der Longseite, beide im September. Das maximale Risiko beträgt hier 1250 die Prämiendifferenzen und Gebühren nicht mitgerechnet. Beide Optionen waren aus dem Geld. Die EUREX berechnet 1200 initial Margin für diesen Spread, das heißt fast den vollen Betrag für Maximalverlust. Da frage ich mich, wozu gibt es die Terminbörse, wenn man grundsätzlich von der Erfüllung ausgeht. Ich werde hier mehr recherchieren und versuche herauszufinden, wie hier das Risiko berechnet wird. Entweder sind Dilettanten am Werk oder man versucht, kleinere Investoren abzuschrecken. Warum? Diese bereiten doch weit weniger Probleme als die Großen, oder?

Ich schloss dann alle Hedge-Positionen und so kam ich recht unversehrt raus. Im Moment ist mein Portfolio recht delta-lastig und geht von fallender Vola aus. Es werden folgende Spreads ( Put Sep.)gehalten:

10150/9950

10000/9500

Was habe ich gelernt?

  • Genug Kapital auf dem Konto halten
  • Rechtzeitig Hedge-Positionen aufbauen und rechtzeitig diese schließen

Eigentlich hätte sich wieder mal gelohnt, Optionen zu kaufen und auf steigende Vola wetten. Die sog. „Black Swan“ Hedge-Funds sollen Riesengewinne eingefahren haben.

Ich hatte immerhin mit meinem Wikifolio einiges dazuverdient.

Chart

Chart m. f. G. www.tradesignalonline.com

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