Zum Selbstverständnis eines Finanzbloggers am Verfallstag, den 18.09.2015

Ich bin Blogger, Finanzblogger. Das heißt, ich schreibe über die eigenen Erfahrungen mit Geld und insbesondere in den Finanzmärkten. Ich frage mich immer wieder, warum ich es tue. Die Vermarktung eigener Handelsideen steht bei mir nicht im Fokus. Ich finde es auf Dauer langweilig und unseriös. Sich als Blogger zu tarnen und versuchen so, Geld der Leser zum Beispiel für Seminare einzusammeln, das widerspricht meinem Selbstverständnis. Natürlich auch ich schreibe gelegentlich auf Anregung und Wunsch Dritter. Und zahlreiche Ideen zum Geldverdienen habe ich ebenfalls hie vermarktet.

Bloggern bedeutet, als Privatmann das Investment Banking leben. Sich trauen, Ungewöhnliches auszuprobieren. Das Abenteuer wagen. Es gibt Blogger, die durch die Welt reisen und darüber posten. Ein Freund von mir ist Autoblogger, er schreibt über seine Eindrücke aus der IAA. Ich finde, die Beschäftigung mit Geld oft abenteuerlich. Ein anderer Bekannter, der in einer Prachtvilla im Taunus lebt, sagte neulich zu mir, er hätte noch nie eine Online-Überweisung getätigt. Ja, das gibt auch.

Ich wage mich an exotische Finanzprodukte und beschäftige mich seit langem mit klassischen Optionen, Terminkontrakten, Aktien und Kombinationen von allen drei. Ich verspreche nicht zu viel und versuche, stets seriös zu bleiben. Denn eines wird gerne übersehen. Im Gegensatz zu vielen anderen Branchen erscheinen Sie in der Finanzbranche nur dann glaubwürdig, wenn Ihr Auftritt etwas dem bei einer Leichenschau ähnelt. Ja blasser desto besser. Langweilig und zurückhaltend. Sind Sie anders, wird man Sie zwar spannend finden aber niemals für einen kompetenten Berater in Geldfragen sehen.

Optionen sind spannend. Besonders an einem Verfallstag wie heute. Am Ende weiß man nie, was nach 13:00 Uhr passiert.

So auch heute.

Zuerst etwas Historie. Gestern kam es zu einem lauwarmen Entscheid der FED und Zinsen blieben tief. Zunächst wussten die Börsianer nicht, wie sie darauf reagieren sollen. Sie blieben zurück, Und die Märkte verloren die Volatilität. Heute war alles vorüber. Der Markt war sehr nervös.

Kurz vor 13:00 Uhr schaute ich auf den Index. Der DAX stand bei 10010. Gut, dachte ich mir. Denn ich war short mit einigen Put-Kontrakten beim Strike 9900. Wäre der Index deutlich tiefer, hätte ich mir Sorgen gemacht, weil unter Umständen könnte ich ausgelost werden, sprich die Differenz zwischen dem aktuellen Preis und dem Strike zahlen.

Ich ging essen um 13:05 Uhr. Als ich zurückkam, fand ich den Index unterhalb 9900. Und was sehe ich? Der DAX hat die Schlussauktion, die ja maßgebend für den Abrechnungskurs ist, mit 9948 beendet. Uff, es wurde knapp! Abe rich überlebte dieses Abenteuer Alle Septemberoptionen waren gestorben ohne Spätfolgen.

Gut war die Tatsache, dass ich auch mit einem Oktober Put long war und konnte somit vom Kursverfall profitieren.

Zu den Aussichten:

Mein Kompass zeigt mittlerweile auf Verkauf.

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Kommentare

  • Zitrone  On September 19, 2015 at 9:56 am

    Langsam werden Sie doch überzeugt, dass die Jahresendrally nicht geben wird 🙂

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