Optionsdepot und Truthahn-Effekt

Die Woche hatte es in sich. Wir sahen den klassischen Truthahn Effekt. Am Donnerstag begann der Tag noch friedlich. Der Deutsche Leitindex DAX stieg relativ schnell von 11100 auf 11250. Nicht schlecht, dachte ich mir. Gut, charttechnisch sah das Bild schon seit Tagen etwas angeschlagen. Wir erkennen es daran, dass auf kleine Korrekturen zwar stets eine Erholung kommt, diese wird jedoch immer schwächer ausgeprägt. So auch am 3.12.2015.

Es ist 13:10 Uhr. Etwa eine halbe Stunde vor der Bekanntgabe des Sitzungsergebnisses der EZB sackt der Index einfach ab. Erstmal um 100 Punkte und nach der Bekanntgabe des EZB-Ergebnisses, das eigentlich eins war, weitere 400 Punkte.

So wie der Truthahn, der sich jeden Tag eines guten Lebens freut und daraus sehr optimistisch auf die Zukunft schließt. Bis zum Thanksgiving…

Hier der Chart der Commdirect mit dem Truthahn.

https://www.comdirect.de/inf/indizes/detail/chart.html?TIME_SPAN=1D&ID_NOTATION=35803356#timeSpan=5D&e&

 

Warum der DAX schon vor 13:45 Uhr stark fiel, wird angeblich die Bafin untersuchen.

Ich war nicht amüsiert über den Verlauf, kann aber nicht immer sofort reagieren. Und es ist auch gut so. Am nächsten Tag stieg der Index an und hatte die Gelegenheit, Absicherungen für meine Puts zu kaufen.

Um den DAX abzuschließen, sehen wir unten den Chart. Der Index blieb exakt an der sog. Fibonacci-Korrektur stehen. Anscheinend kennen die Marke mittlerweile alle und beobachten den Markt aufmerksam. Zeigt er Erholungstendenzen an, wird sofort gekauft. Man kann über die Charttechnik spotten, ihre Selbstprophezeiung bleibt eine Tatsache.

Nun, muss man abwarten, ob daraus der Angriff auf 11500 erfolgen wird. Die 200-Tage Linie ist wieder unterschritten, was ich auch erwartete. Die Zukunft noch unsicherer als zuvor. Noch ist mir aufgefallen, dass die implizite Volatilität nur sehr kurz anzog und blieb dann bei 22% im Minus gegenüber Vortag.

Der Hauptgrund für die seltsame Erholung und schwache Vola ist, was sonst, der US-Markt. Dieser ignorierte fast gänzlich das Geschehen in Europa und nach einem kleinen Husten am Donnerstag zog wieder an. Und letzten Endes entscheidet er und nicht etwa die Euro-Wirtschaft über das Verhalten des Deutschen Aktienmarktes.

Im Optionsdepot hat sich einiges getan. Ich schloss diverse Short-Puts und rollte sie sogar zum Tel auf Januar. Den 11800 – Call auf der Shortseite hatte ich, Gott sei Dank, am Mittwoch auf 11600 heruntergerollt.

Insgesamt erwarte ich für den laufenden Monat etwas mehr als eine schwarze Null.

Chart m. f. G. www.tradesignalonline.com

Basiswert Call/Put Laufzeit Strike long short Einstand G&V Positionsgröße Delta Theta Vega
 ODAX  P  DEZ15  7.600,0000 2 0 3,0 -27,00 3,00
 ODAX  P  DEZ15  7.600,0000 1 0 4,5 -21,00 1,50
 ODAX  C  DEZ15  12.200,0000 2 0 5,5 -48,00 7,00
 ODAX  C  DEZ15  11.800,0000 0 1 66,0 320,00 -10,00 0 0,3 -0,4
 ODAX  C  DEZ15  12.200,0000 1 0 16,5 -79,00 3,50
 ODAX  P  DEZ15  10.300,0000 0 1 28,0 -115,50 -255,50 0,18 5,2 -5,2
 ODAX  C  DEZ15  11.600,0000 0 1 113,0 541,50 -23,50 -0,02 1 -1,2
 ODAX  P  DEZ15  9.400,0000 1 0 5,0 -0,50 24,50 -0,3 0,2
 ODAX  P  DEZ15  10.000,0000 1 0 20,0 7,00 107,00 -0,07 -3 3
 ODAX  P  JAN16  10.000,0000 0 1 35,0 -246,00 -421,00 0,18 2,8 -9,3
Summe 0,27 6 -12,9

 

Chart

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Kommentare

  • Bananenbully  On Dezember 6, 2015 at 3:56 pm

    so meine Prognose ging auf. ich bin zwar 100 Pkt. im Dax zu früh von long auf short gesprungen, aber hatte im Top nachgeladen und so ein nettes Sümmchen zusammengezockt 🙂 Wie geht es weiter. Das ist äußerst spannend. Zum einen ist das Sentiment immer noch eklatant bullish. dass eine weitere Welle nach unten folgen könnte, müsste. Zum anderen will man sich die Kurse zum Jahresende sicher nicht komplett vernichten. Insofern rechne ich mit folgendem. Ich rechne mit einen Abverkauf in die Zone von 10500, dies dürfte auch das Tief eines möglichen neuen Aufwärtstrend Kanals sein siehe ehemals Steffens. Von da aus sehe ich den neuen Start der Jahresendrally Richtung 11.800+. Das ganze würde bis zur FED Sitzung passen, FED ist dann der Start für die Aufwärtsbewegung, nach einem finalen Abverkauf. Alternativ muss der Dax mit dem Montag direkt weiter steigen, um das eklatant bullishe Umfragesentiment vom Wochenende abhängen zu können. Ob es dabei abgehängt wird, kann man an dem Sentiment der Euwax erkennen. Wenn der Dax zum Montag noch ein wenig steigt und in eine Seitwärtsphase übergeht, wobei das Sentiment bullish bleibt, wird die 2. Wellen noch vor Weihnachten kommen, sonst erst im neuen Jahr. Ich bin aktuell leicht long, bin leider etwas zu früh von short auf long gewechselt und kaufe tiefere Tiefs nach, ich habe genug Puffer 1500 Daxpkt. nach unten eingeplant. Allerdings wenn auch die gerissen werden, ist das Geld zum Teil halt weg, damit kann ich leben 🙂

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