DAX am 17.12.2015 – der Zusammenbruch der Volatilität

Wissen Sie, warum man nicht auf Dauer Geld an der Börse verdienen kann? Es gibt drei Gründe:

  1. Falsche Positionsgröße
  2. Zu schnell verkaufen bzw. glatt stellen
  3. Fehlprognosen, da man aufgrund der Historie stets die gleichen Verläufe zu erkennen glaubt und daraus die Handlungsalternativen ableitet. Das ist aber falsch, weil die Abläufe zwar sehr ähnlich sind aber nicht identisch. Denn jedes Mal werden die vertanen Chancen nachträglich erkannt und man hofft, diesmal richtig zu reagieren. Das kann jedoch nicht funktionieren, weil alle es wissen…

 

Beispiel Morgen am 16.12.2016 könnte die FED eine Zinserhöhung verkünden. Sicher ist das nicht. Vor allem, wenn man bedenkt, dass dies bereits vor Monaten erwartet war. Und angekündigt war sie ohnehin vor einem Jahr. Damals verspottete ich diese Börsianer-Ängste in einem meiner Beiträge.

Nun könnte es so weit sein. Die implizite Volatilität steigt seit Wochen und es sieht im Moment fast genauso aus wie schon vor ein paar Wochen, wo ebenfalls eine derartige Erwartung der Zinserhöhung enttäuscht wurde. Auch damals standen wir drei Tage vor dem Verfall und die kurzlebigen Indexoptionen wurden enorm teuer.

Ausgehend von Black-Scholes Modell steht die Implizite Volatilität bei über 30% und ist somit fast 40% höher als für Januar – Optionen.

Was geschah damals?

Nun nachdem feststand, dass die FED nichts tut, brach die Volatilität zusammen. An der EUREX lief zwar kein Handel aber am nächsten Tag sah man buchstäblich den Optionentod. Viele Händler bereuten natürlich, dass sie die Puts zu den Spitzenpreisen gekauft hatten in freudiger Erwartung einer großen Änderung.

Aus dieser Erfahrung glauben die Händler gelernt zu haben und setzten nun heute also einen Tag früher auf den Rückgang der Volatilität. Im Moment steigt der Markt und die Vola fällt.

Es könnte doch zu früh sein.

Mit meinen Optionen habe ich die Übertreibung im Optionsmarkt berücksichtigt und bin in einigen Januar Puts long und Dezember – Puts short. Bin jetzt selbst gespannt. Zum Teil lasse ich noch einige Dezember Kontrakte in Kalenderspreads offen. Ein wenig Spekulation kann ich mir erlauben, auch wenn der Sinn und Zweck meines Handesl anders ist, nämlich die Erwirtschaftung eines regelmäßigen Einkommens.

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Kommentare

  • Gerald  On Dezember 16, 2015 at 1:24 pm

    Sehr interessante Analyse zur Volatilität am Optionsmarkt. Grundsätzlich sind die Märkte ja momentan sowieso sehr angespannt, auch die Fundamentaldaten deuten so langsam auf einen Überhitzung hin. Es bleibt spannend.

    In dem Punkt, dass man auf Dauer kein Geld an der Börse verdienen kann würde ich dir aber widersprechen, das Problem ist, dass zu häufige Trades mit Gebühren die Gewinne auffressen, ganz nach der alten Weisheit: „Hin und her macht Taschen leer“.

  • Thomas  On Dezember 17, 2015 at 11:08 am

    Der erste Satz sollte heißen: „Warum man an der Börse immer wieder Geld verlieren kann“. Die Gründe sind natürlich richtig und es geht individuell eigentlich nur noch darum herauszufinden zu welchem Verlierer-Typ man gehört um das Problem dann abzustellen. Ich war bislang der Typ 2 und ändere dies seit einiger Zeit und schon stellen sich nachhaltig Gewinne ein 🙂

    Die Volatilität vorauszusehen ist IMHO einfach als das Vorhersagen von Kursen und hier liegt eine gewaltige Chance verborgen. Ich liebe es diese auszunutzen.

    • Adrian Gohla  On Dezember 18, 2015 at 11:05 pm

      Stimmt, meine Selbsteinschätzung habe ich hier nicht thematisiert. Es gab von allem etwas. Was aber auf jeden Fall dominiert, war das zu hohe Risiko, zu viele Kontrakte. Sobald die Position zu groß wird oder zu nahe am Geld, spüre ich es, schlaafe schlechter und es rächt sich immmer. In der Tat geht es mir ähnlich, wenn auch auf einer viel kleineren Skala als bei Dir.Ich steige nicht mehr panisch aus sondern rechne aus und kaufe Absicherungen. Ich verschenke zwar Geld, aber die Position ist gerettet.

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