Optionshandel –Ausblick 2016

 

Seit der letzten Finanzkrise betreibe ich den Optionshandel hauptsächlich für Autodidaktik. Bis Ende 2009 war es mehr oder weniger ein regelmäßiges Trading. Zum Teil als Stillhalter. Nach Höhen und Tiefen stellte ich fest, dass mir das Grundzeug fehle und ich zuerst Forschungsarbeit leisten muss. Ich reduzierte mein Portfolio auf unter 10.000 und konzentrierte mich auf Strategien, die ich einerseits verstehe und die mich nicht in den Ruin treiben können. Learning by doing, sozusagen.

Ich lernte viel über Optionsmodelle, tauschte mich aus mit erfolgreichen Händlern (z. B. über Twitter) aus und wertete unzählige Datenreihen aus. Und ich staunte, wie blauäugig meine ersten Schritte waren, auch wenn sie mit guten Profiten endeten. Ich las natürlich auch Bücher, jedoch nicht im Übermaß, da sie meistens schlecht, naiv und nicht selten von inkompetenten Leuten geschrieben werden. Ich mied auch Seminare, Börsenbriefe und „Trading Schulen“. Die sind zwar nette Events, man nickt einsichtig, freut sich über viele Gleichgesinnte, am Ende muss man selber die Entscheidungen treffen. Die Märkte verlaufen zwar prinzipiell ähnlich, die kleinen Abweichungen entscheiden jedoch über Erfolg bzw. Misserfolg.

Und wie ist es ausgegangen? Noch ist die Autodidaktik nicht abgeschlossen. Ich musste feststellen, dass ich eigentlich viel mehr Zeit investieren müsse, als ich es kann bzw. darf. Optionsgeschäft betreibt man nicht, indem man am Wochenende die Positionen anschaut und am Dienstag den Broker anruft. Die Märkte haben sich in den letzten Jahren ziemlich verändert. Kurze heftige Trends sind die Regel. Es kommt doch auf das Timing an.

Das letzte Jahr war für die Stillhalter meistens sehr gut ausgegangen. Durch die Seitwärtsbewegung des Dow Jones in den USA, passiert auch in Europa wenig. Ausschläge nutzte man, um zu verkaufen und den steigenden Index zu kaufen. Alles wurde plötzlich sehr leicht. Alle wissen, so wird nicht immer bleiben. Der DAX kann sich sogar in 10 Tagen um 25% verändern. Wenn er also in 2 Wochen bei 8600 steht, dann helfen den Stillhaltern keine Strategien mehr, außer dass sie mit Verlust aussteigen. Wenn in der folgenden Periode der Index weitere 20 % einbüßt, dass sein die Leerverkäufer endgültig draußen.

Nachdem ich dieses Jahr mit einem Plus abgeschlossen habe, lautet das Ziel im 2016, Profit machen. Neue Strategien werden nicht mehr getestet.

Ich befasste mich seit 2009 mit:

  1. Aktienoptionen: Schreiben von Puts und Calls auf Aktien.

Fazit: Optionen sind an der EUREX wenig liquide und der Handel lohnt sich nur, wenn Sie vorhaben, Aktien zu erwerben.

  1. Gleichzeitiger Kauf von Calls und Puts. Es ist eine gute Strategie, die selten im Verlust endet. Allerdings brauchen Sie einen langen Atem, Geduld und unbedingt das richtige Timing. Der Kauf von Optionen darf nur in den Phasen niedriger Volatilität erfolgen. Die Laufzeit muss länger sein > 45 Tage und das bindet viel Kapital.
  2. Vertical Spraeds- Bull Call bzw. Bear Put. Diese kosten weniger Margin und federn den Zeitwertverfall ab. Allerdings bringen sie weit weniger Rendite, da erst kurz vor dem Verfall die Strike-Differenz wirklich sichtbar wird.
  3. Credit Spreads, auch als Iron Condor. Da scheiden sich die Geister. Denn die Märkte neigen zum Seitwärtsbewegung, die Veränderungen dazwischen machen oft die gesamte Performance zunichte. Hier kommt es oft auf zwei Faktoren an: Geduld und gute Nerven. Sie müssen geduldig auf einen Anstieg der Impliziten Volatilität warten. Nur dann ist von einer Überbewertung der Puts auszugehen und der Verkauf sich lohnt. Schwieriger wird es mit den Call-Verkäufen. Das die Volatilität (IV) fällt, fallen die Optionspreise ebenfalls. Ich warte hier meistens auf eine Wende nach einer kurzen Rally, bevor ich mit Calls short gehe.

Fazit: Mit Credit Spreads wettet man auf sinkende IV neben dem Zeitwert. Das sollte man zuerst verinnerlichen. In den Zeiten steigender Vola sollte man einfach nichts tun. Und noch wichtig! Mit dieser Strategie liegen Sie sehr oft zwischenzeitlich im Verlust. Es sei denn, dass direkt nach dem Verkauf die IV zusammenbricht. Hierzu muss man allerdings meinen Blog lesen J

Ich muss die Phasen aushalten, in welchen mein Portfolio im dicken Minus steht. Oder ich muss rollen. Das ist das nächste große Hindernis. Denn im Gegensatz zu ungedeckten Optionsverkäufen muss man bei den Credit-Spreads nicht rollen, da der maximale Verlust bereits feststeht. So viel Theorie. In der Praxis liegt die Longseite bei den Puts oft viel tiefer, was den maximalen Verlust auf die Schmerzgrenze erhöht. Ich muss deshalb rollen.

  1. Das Rollen macht nur Sinn, wenn Sie die Anzahl der Kontrakte erhöhen. Das führt zur höheren Margin und bedeutet ein deutlich höheres Risiko. Ich empfehle deshalb stets genügend offene Kontrakte auf der Longseite zu halten, um beim Herunterrollen nicht in Bedrängnis zu kommen. Oder Sie halten viel Geld auf dem Konto.
  2. Eine beliebte Methode ist der Verkauf von kurzlaufenden Puts und deren Absicherung mit langlaufenden Put Baer-Spreads. Hier sollte beachtet werden, dass der Preis für die die Spreads so gewählt werden muss, dass er bereits im ersten Monat zurückgeholt wird.

 

Fazit für mich: Nur Spreads mit Aktienindex-Optionen kommen für mich in Frage. Ansonsten gilt das Prinzip, verkaufe wenn die Volatilität steigt und umgekehrt. Und schaue, dass Du auch im schlimmsten Falle nicht aus der Bahn geworfen wirst.

 

Mein Portfolio ist im Moment relativ klein mit kleinem Delta und relativ hohem Theta.

Ich rechne mit einer kurzen Korrektur und werde dann einmal rollen. Bei Strike 9000 halte ich drei Puts, so dass ich den Kurssturz nicht fürchten muss. Es kommt auch hier auf die Volatilität der aus dem Geld liegenden Puts an. Falls die Kurskorrektur erst in der zweiten Wochenhälfte einsetzte, werde ich auf die Februar-Puts rollen.

Basiswert Call/Put Laufzeit Strike long short Einstand G&V Positionsgröße Delta Theta Vega
 ODAX  P  JAN16  10.000,0000 0 1 35,0 56,00 -119,00 0,09 3,2 -3,3
 ODAX  C  JAN16  11.600,0000 0 1 26,0 108,00 -22,00 -0,02 0,9 -1,2
 ODAX  P  JAN16  9.000,0000 3 0 9,5 -108,00 34,50 -0,03 -1,8 1,2
 ODAX  P  JAN16  8.700,0000 1 0 6,5 -27,00 5,50 0 -0,2 0,1
 ODAX  P  JAN16  9.550,0000 0 1 21,0 62,50 -42,50 0 ,03 1,3 -1,4
Summe 0,04 3,4 -4,6
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