DAX im China-Crash – nächste Ziele 9000, 8000, 7000

Die vergangene Woche kann ich mit einer schlechten und einer guten Nachricht zusammenfassen.

Die schlechte- es kommt noch heftiger. Der Ausverkauf steht erst an. Die Volatilität ist immer noch zu stabil. Im Chart unten sehen wir den DAX auf Wochenbasis und die historische sowie implizite Volatilität. Was auffällt, sind die Buckel der Volatilität während der letzten Finanzkrise 2008 und Fukushima 2011. Das Letztere war ein punktuelles Ereignis, genauso wie August 2015. Die Finanzkrise 2008 ist hingegen gut vergleichbar mit der gegenwärtigen Situation. Es begann relativ harmlos, mit sanft steigender Volatilität. Zum Teil war diese bereits fallend. Und dann kam der 10.10.2008. Über Nacht stieg die Vola auf über 60% und blieb zwei Jahr hoch.

Dieser dramatische Anstieg – Ausverkauf steht uns noch an. Der Chart unten zeigt den Verlauf seit 2006.

Jetzt kommt die gute Nachricht.

Der bisherige Verkauf stellt nichts Besonders dar, wenn man es aus der Perspektive der letzten 9 Jahre betrachtet.. 600 Punkte liegen zwischen dem DAX-Hoch und – Tief. Im August 2015 waren es 1000 Punkte und im Sommer 2011 noch viel mehr in Prozentpunkten. Es ist also kein Weltuntergang, was wir in den letzten Tagen an den Börsen sahen.

Was hat zu diesem Crash geführt? Wie ich schon öfter schrieb, es ist die Unsicherheit und Angst sowie die Überzeugung der Händler, die bisherige Bewertung sei nicht gerechtfertigt. Zurzeit gibt es viele Faktoren:

  • Chinas Börse scheint inzwischen einen viel höheren Einfluss auf den DAX als die US-Börse zu haben. Chinesen sind als Börsianer unberechenbar, verspielt. China rechnet mit weniger Wachstum, das Land leidet unter massiver Umweltverschmutzung und es drohen Streiks, die das Regime zum Kippen bringen können. Diktaturen werden aber von Börsianern als Stabilisierungsfaktoren gerne geduldet.
  • US-Wachstum verlangsamt sich deutlich aufgrund drohender Verluste bei Rohstoffunternehmen. Somit hat Saudi Arabien sein Ziel erreicht, das Fracking-Geschäft unattraktiv zu machen.
  • Zerfall der Euro-Zone. Darüber muss man nicht viel sagen. Die Börse liebt den Euro sowie einen gemeinsamen Markt ohne Schranken. Grenzen sind schlecht für den Markt.
  • Kriege im Nahen Osten. Auch wenn Börsianer Kriege lieben, da diese stets Nachfrage nach Waffen und beim Wiederaufbau bedeuten, scheuen sie vor Konflikten mit ungewissem Ausgang. Was soll nur passieren, wann man die ISIS vertrieben hat?
  • Flüchtlingskrise. Hier hat die Wirtschaft mit vielen Arbeitskräften und einer soliden staatlichen Förderung gerechnet. Die Realität enttäuscht täglich.
  • Das Kollektive Handeln der Algo-Trader. Alle Systeme, mögen sie noch so intelligent sein, können nur anhand des Geschehenen auf die Zukunft schließen…

Und so weiter.

Wie geht es weiter mit den Kursen?

Vor einer Woche habe ich als Kursziel im DAX 9300 angepeilt. As Ziel wurde gestern beinahe erreicht.

Im Chart unten habe ich den DAX-Anstieg seit der Finanzkrise 2008 aufgezeichnet. Wir sehen, dass die große Aufwärtswelle, die bei 3500 begann und 12400 endete (viele träumten damals vom DAX bei 50.000), drei relevante Korrekturniveaus hat: bei 9052, 8000 und 6955. Das dürften auch die Ziele für die nächste Zeit sein. Darunter will ich keine Prognose abgeben, denn bei 7000 verläuft auch der langfristige Trend.

Sollte der DAX doch eine Gegenrally starten, dann könnte diese den Index bis auf 11.000 führen. Dies halte ich für unwahrscheinlich, den damit wäre die Aufwärtsbewegung wieder aufgenommen.

Nein, die Preise werden weiter fallen. Was tun?

Nun, will ich mir eine bissige Anmerkung in Richtung der vielen „erfahrenen“ Trader, auch Optionshändler, die bereits nach dem ersten Knicken des DAX zum Verkaufen der Volatilität rieten. Ja, das hätte sich gelohnt, wenn man gleich am nächsten Tag in der Lage war, die Position mit oder ohne Gewinn glatt zu stellen. Und ich höre nicht auf zu wiederholen, die Börse ist ein nicht lineares Phänomen. Extreme Bewegungen und Übertreibungen sind normal und nicht Ausnahme.

Für einen Optionshändler ist das ein guter Markt, wenn man genug Munition hat. Es lohnt sich, die hohe Volatilität zu verkaufen, wenn ich abgesichert bin. Und wenn ich auch im Extremfall im Geschäft bleibe.

Viel plausibler erscheint mir der Kauf von Verkaufsoptionen bei heftigen Erholungsphasen. Warten Sie einfach ab, wenn Panik ausbricht und der Index anfängt sich anschließend zu erholen. Dann kaufe ich Juni Puts und Calls. Und ich warte.

Ebenso sinnvoll wäre dann der Kauf von Put – Bär und Call-Bull-Spreads. Diese sind nämlich günstig bewertet.

Eine andere Alternative ist der Kauf von Aktienanleihen mit gleichzeitiger Absicherung im Terminmarkt.

Last but not least, ich beginne mich für die einzelnen Aktien zu interessieren. Besonders für diejenigen unter den Bluechips, die Dividende ausschütten und so stark konjunkturabhängig sind.

Das war‘s, morgen oder später kommt ein kurzes Update zum Optionsdepot.

Chart m. f. G. www.tradesignalonline.com

Chart4

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