Der Untergang der Deutschen Bank und Profite für Optionshändler

Auch nach vielen Jahren seit meinem Abschied besuche ich gerne die Deutsche Bank. Ich treffe Freunde, die zu denen gehören, die man intern beschreibt – „er hat es noch nicht geschafft“. Ich besuche manchmal auch die Kantine mangels besserer Alternativen in der Stadt. Oder ich wandele durch die tadellosen Räumlichkeiten und werde nachdenklich. Ich empfinde keine Freude, denn dieses Institut hat es eigentlich nicht verdient. Es beschäftigt fähige motivierte Mitarbeiter und hat einen einmaligen Charme. Ich fühle mich dort ein wenig, wie ein ehemaliger Schüler eines Elitegymnasiums, das er nach vielen Jahren besucht und staunt, wie klein und verfallen seine Schule geworden ist. Ich wollte zwar nicht zu viel über die Ursachen schreiben. Es ist schwer zu ermitteln, in welche Rechtsstreitigkeiten Deutsche Bank zurzeit verwickelt ist. Aber zum sich abspielenden Untergang der Deutschen Bank tragen viele Faktoren bei. Nicht nur die Klagen. Wenige gierige Mitarbeiter haben dazu beigetragen. Ich kannte solche Kollegen kaum. Manchmal wurden E-Mails weitergereicht wo komprimierende Fotos aus dem letzten Event des Aktienhandels gezeigt wurden. Da wo ich war, ging es harmlos zu und am nächsten Tag nach einer Party saß man wieder brav am Schreibtisch.

Das Zinsumfeld ist ungünstig, die digitale Konkurrenz und die starken Wettbewerber im Investmentbanking werden immer gefährlicher. Nicht zuletzt auch die strengen Eigenkapitalregeln machen den Banken zu schaffen.

Vielleicht sehen wir demnächst die nächste Finanzkrise ausgelöst durch die Zahlungsunfähigkeit der Deutschen. .. Symptomatisch für die gesamte Branche, die aus der Lektion 2007-2009 nur wenig gelernt hat.

Der Aktienkurs der Deutschen Bank steht etwa auf dem Niveau von 2009.Sinkt der Kurs unter 14,4, dann sind wir zurück im Jahre 1993. Mit anderen Worten, hätte ich 1993 Aktien gekauft und mich zum Schlaf gelegt, hätte ich nach dem Aufwachen heute keine Freude an der Rendite.

Es gibt auch sonnige Seiten dieser Entwicklung. Die Aktie ist billig. Und die Firma noch Welten von der Pleite entfernt. Der Kauf könnte sich lohnen. Und noch besser der Verkauf von Verkaufsoptionen. Ich beobachte diese seit Tagen und stelle fest, dass die implizite Volatilität nach wie vor bei fast 50% liegt. Das ist viel. Mit einer geschickten Strategie, in welcher ich mich absichere, kann ich kaum verlieren. Denn ansteigen mag die Aktie nicht mehr. Aber der hohe Zeitwert geht immer irgendwann gegen Null.

Chart m. G. www.tradesignalonline.com

Chart_dbk

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