Marktbericht Tail-Event-Trading und die Szenarien für die Zeit danach

Am besten bringt es Nassim Taleb auf den Punkt. Im folgenden Interview wird er immer wieder danach gefragt, sagt aber lediglich, dass der Markt solche politischen Ereignisse diskontiert. Ein etwaiges Drama nach den Wahlen wäre längst in einem starken Rückgang des S&P sichtbar gewesen. Außerdem könnte  er sich einen Einfluss auf die Immobilienbranche vorstellen. Insgesamt, so schließt er sein Gespräch, sollte man nach einer so langen Rally im Aktienmarkt mit allem rechnen.

Es ist nachvollziehbar, was er sagt. Als wissenschaftlicher Berater der „Universa Investments“ verfolgt er natürlich den „Schwarzer Schwann“ – Ansatz.  Mark Spitznagel, der Gründer dieses Hege Fonds, setzt auf sog. „Tail Events“ – sehr unwahrscheinliche Ereignisse an der Börse. Die Performance dieses Fonds ist ein streng gehütetes Geheimnis. Es gibt Gerüchte, dass der Börsensturz im August 2015 dem Fond eine Milliarde beschert haben soll.

Von solchen Dimensionen ist mein Portfolio weit entfern und ich setze dennoch auf eine Mischstrategie. Einerseits will ich mir den Weg zum Gewinn offen lassen, falls es tatsächlich zum Sturz kommt. Andererseits soll diese Strategie möglichst günstig sein. Das heißt, im Falle, mit dem ich eher rechne, dass nichts passiert und die Volatilität zusammenbricht, will ich nicht der Depp sein.

Meine ODAX-Positionen habe ich umgeschichtet. Beide November – Shortpositionen wurden gegen Dezember Shorties ausgetauscht. Die Entfernung vom aktuellen Kurs ist so groß, dass das Risiko faktisch neutralisiert wurde. Auf der Longseite habe ich ich ja noch die November – Optionen.

Die anderen Options-Positionen habe ich unverändert belassen.

Nun zurück zu den Szenarien. Was passiert, wenn – diese Frage ist für mich bedeutungslos, sondern eher – mit welchem Szenario rechnen die wenigsten?

Zurzeit werden folgende Marktentwicklungen nach dem 8. November diskutiert.

  1. Das wahrscheinlichste – egal wie die Wahl ausgeht, die Puste geht weg. Die Volatilität bricht ein, wie nach dem BREXIT und die Jahresendrally kann Gas geben. Für dieses Szenario sprechen die bereits gestiegene Volatilität und der Vergleich mit anderen politischen Ereignissen.
  2. Die Märkte stürzen und die Volatilität steigt kräftig an. Der Übergang zum Bärenmarkt ist angeläutet. Dieses Szenario scheint dem Wunsch breiter Massen zu entsprechen. Sonst hätten diese nicht die Optionen zu hohen Preisen gekauft. Viele verleugnen, dass sie an den Crash glauben, erwarten es dennoch angespannt. Ich halte dieses Szenario für fast ausgeschlossen
  3. Es gibt noch eine Mischvariante. Direkt nach der Wahl passiert wenig. Die implizite Volatilität bleibt hoch und die Indizes schwanken immer heftiger, bewegen sich dennoch nicht vom Fleck. Mit anderen Worten – die Volatilität der Volatilität steigt an.

Dieses Szenario würde die meisten Anleger und Spekulanten enttäuschen, und ich halte es deshalb für wahrscheinlicher als die anderen zwei.

 

Charttechnisch sieht es für den DAX erstmal schlecht aus. Der Weg auf 10.000 scheint so sicher, dass fast wieder unwahrscheinlich. Andererseits, schreit die seit Tagen laufende Korrektur nach der Erholung. Am Ende wissen wir es nächste Woche besser.

Das Bild unten zeigt die Volatilität anhand des US-amerikanischen und europäischen Indexes.

Für mich ist noch viel Luft nach oben.

 

Chart www.tradesignalonline.com

So sieh mein Portfolio mit DAX-Optionen aus.

Basiswert Call/Put Laufzeit Strike long short Einstand GuV Position
 ODAX  P  NOV16  8.400,0000 1 0 3,1 -9,50 6,00
 ODAX  C  NOV16  11.450,0000 2 0 5,0 -46,00 4,00
 ODAX  P  NOV16  8.850,0000 1 0 2,0 6,00 16,00
 ODAX  P  NOV16  9.700,0000 1 0 11,6 209,50 267,50
 ODAX  C  DEZ16  11.500,0000 0 1 20,0 73,00 -27,00
 ODAX  P  DEZ16  9.400,0000 0 1 39,4 -223,00 -420,00
10 -153

chart

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