DAX und die Angst vor der ersten Januarwoche 2017

Wie sind Ihre Eindrücke aus den letzten Börsentagen dieses Jahres? Wahrscheinlich ähnlich wie meine. Die Märkte scheinen auf der Stelle zu treten, steigen dennoch leicht an.  Seit ich mich für die Börse interessiere, beobachte ich eine seltsame Anspannung in dieser Zeit. Einerseits wird wenig gehandelt. Versuchen Sie, wie ich heute, ein Optionsgeschäft zu tätigen, und eine Order zwischen Geld und Briefpreis zu platzieren. Das kann schon lange dauern, bis es zur Ausführung kommt.

Aber noch etwas zeichnet diesjährige Tage zwischen den Jahren aus. Die implizite Volatilität, die aus den gehandelten Optionen gerechnet wird, steigt und zwar nicht wenig. In zwei Tagen sind es 12% und morgen dürften angesichts schwacher Wallstreet weitere Prozentpunkte dazu.

Warum zum Teufel? Es ist doch nichts los!

Nun, Börsianer lassen sich durch die Erwartung der Massen nicht beeinflussen, sondern eher auf das eigene Bauchgefühl.  Und sie wissen, was vor einem Jahr passiert ist. Der DAX rauschte zum Jahresbeginn in die Tiefe und verlor schnell fast 8% im Januar.  Solche Erinnerungen bleiben und belasten.

Zumal die Börsianer wissen, dass der Januar selten ein ruhiger Monat ist. Es geht schnell in eine oder andere Richtung. Das große Geld wird in dieser Zeit bewegt.

Ich habe mir die Januarperformance seit 1990 angeschaut. Das Ergebnis sehen Sie im Diagramm darunter. Es ist jeweils der DAX-Verlauf im Januar eingetragen. Die Geraden verbinden die Januare.

Was sehen wir im Bild? Eigentlich nur, dass sich die Kurse meisten nach oben bewegt haben und in wenigen Fällen sind sie auch kräftig gefallen, etwa 2002, 2009 und 2016. So oder so wird sich einiges tun. Auch das Put-Call Ratio hat gedreht und es werden inzwischen mehr offene Put als Call-Positionen gehalten.

Es heißt doch, die Erwartungen an der Börse werden antizipiert und vorweggenommen. Denkbar ist also eine Wiederaufnahme des Aufwärtstrends, womit ich rechne und der Zusammenbruch der Volatilität. Eine Unsicherheit bleibt. Denn anders als Kurse sind Volatilitäten schwer zu arbitragieren.

Man kann nicht durch den Verkauf der Optionen die gemessene Volatilität unterdrücken, wie etwa den Aktienkurs durch Leerverkäufe.

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