Die Ruhe an den Märkten hält und die Kraft, Schwankungen auszuhalten

Der Märzverfall zeigte, dass sich die Märkte langfristig doch an bestimmte regeln halten. So kann man grob davon ausgehen, dass eine Kursänderung um eine Standardabweichung durchaus üblich ist. Der DAX steht zurzeit etwas dort, wo er vor einem Monat gestanden hat. Zwischenzeitlich gab es einen Kursrutsch um mehr als 700 Punkte. Ist das ungewöhnlich?

Nein, dann die implizite Volatilität stand vor einem Monat bei 20%. Das bedeutet ca. 6% oder 700 Punkte pro Monat. Alles lief also nach dem mathematischen Modell.

Inzwischen ist die implizite also erwartete Volatilität auf 15% gesunken. Und die entscheidende Frage lautet, ob das eine gute Gelegenheit ist, neue Puts zu kaufen oder der Hinweis auf eine Marktberuhigung. Keiner weiß das, auch ich nicht. Die Charts sprechen für einen Aufwärtstrend.

Wie unten ersichtlich bilden sowohl der DAX als auch der Dow Jones ein Dreieck, aus welchem irgendwann die Preise ausbrechen müssen. Erfahrungsgemäß geschieht es nach oben. Ein Kursrutsch könne es auch werden, aber meine Erfahrung belegt, dass eine Korrektur selten angekündigt wird.

Wenn der DAX jedoch tatsächlich nach oben ausbricht, dann liegen gleich zwischen 12700-12800 sog. Widerstände – Preisniveaus, wo eine Umkehr denkbar ist. Mit anderen Worten es spricht manches für einen DAX-Anstieg bis auf 13000.

Ähnliche Information lässt sich aus den Open Interest – Positionsdaten an der Deutschen Terminbörse EUREX ablesen. Ich habe unten die Verteilung der Call- und Put-Positionen ande r EUREX für die April-Kontrakte. Es ist ersichtlich, dass die Calls eine schmale Glocke um 12800 bilden. Die meisten Händler rechnen demnach mit dem DAX- zwischen 12800-13200, also eher bei 13.000. Auf der Putseite ist wie gewöhnlich die Verteilung breiter. Dennoch kann ich auch hier einen gewissen Optimismus erkennen. Viele Kontrakte liegen über 12.000 und die meisten zwischen 11.000-12.000. Mit einem großen Kursrutsch rechnen demnach viele Händler nicht. Zwar ist die Analyse der Open Interests ein gutes Hilfsmittel, eine vollkommene Sicherheit gibt sie dennoch nicht. Die Stimmung kann immer kippen. Global und politisch passiert im Moment nicht so viel, der Handelskrieg hat an seinem Schrecken etwas nachgelassen. Russland wird zwar dauernd durch die EU und USA provoziert, ist bleibt unwahrscheinlich, ob das die Nächste Krise auslösen wird. De Sturz der Kryptowährungen spielt keine Rolle für die Aktienmärkte. Und nur die steigenden Zinsen könnten ein Problem werden, das man allerdings bis zum Sommer verschoben hat. Und nicht zuletzt verdienen die Unternehmen weltweit viel Geld und werden in den nächsten Wochen hohe Dividenden zahlen.

Zusammenfassend rechne ich mit einer ruhigen Marktentwicklung, wobei ich die Historie der letzten Wochen mit sprunghaft gestiegenen Volatilität nicht vergessen darf. Die „Marktnervosität neigt zu Clustern, das heißt, eine baldige Wiederholung ist nicht unwahrscheinlich.
Zusätzlich ist ein egewisse Unruhe im Zusammenhang mit der am 21.03 erwarteten Zinsentscheidung der FED. Das könnte mehr Volatilität bringen. Und vielleicht eine gute Kaufgelegenheit…

 

Für mein Optionsdepot verlief der Verfall insgesamt günstig. Die März-Puts 12350 habe ich am Donnerstag mit Gewinn geschlossen und eröffnete eine April Put 12300 Position. Bis Freitag konnte ich auch diese mit hohem Gewinn schließen und so liegt meine realisierte G&V gut positiv.

Die Schattenseite ist ein hoher unrealisierter Verlust, der vor allem auf die Hedgerpositiion April Put 11900 zurückzuführen ist. Ich habe sie Kurs nach dem Kurssturz vor ein paar Wochen eröffnet und sie lies siech schwer schließen, dann sonst wäre die Margin-Belastung zu hoch. Ich habe inzwischen eine aggressive 12400 Shortposition in April – Puts eröffnet, aber den gesamten Verlust wird auch damit nicht abgefangen.

Konnte ich anders handeln und die April Puts nicht kaufen? Kaum, dann dann wäre es reine Lotterie. Ich musste die ganze Zeit hoffen, dass der DAX am letzten Freitag nicht deutlich unterhalb 12350 steht. Das konnte ich nicht wissen. Und es wäre nicht im Sinne eine Vermögensverwaltung. Stellen Sie sich vor, Sie betreiben das Stillhaltergeschäft mit 100 Kontrakten. Dann wären solche Spielchen mit offenen Puts technisch nicht umsetzbar, es sei denn Sie halten das dreifache an Cash als Margin auf dem Konto.

Deshalb war der Hedge sinnvoll, aber schlicht zu teuer und extrem Vega-sensitiv. Die kleinste Veränderung der Volatilität hat einen enormen Einfluss auf den Preis.

Nun ist die Position vega- neutral und leicht delta-negativ. Wenn ich durchhalte und der DAX im Aprilverfall zwischen 12300-12900 steht, dann habe ich Geld verdient. An der gesamten Strategie halte ich weiterhin fest. Die Idee, vertical credit spreaads mit einem Überschuss auf der Longseite zu verkaufen hat sich bisher als sehr komfortabel erwiesen. Nun muss ich besser mit Schwankungen umgehen können und stets auf das Vega achten.Spätests ab dem nächsten Verfall werde ich in den ruhigen Handel zurückkehren und die Anzahl der Kontrakte reduzieren. Im Moment halte ich drei Puts und zwei Calls, was recht viel ist…

Unten: OI, Charts m. f. G. http://www.tradesignalonline.com und Depotauszug

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DAX 16.03.18                          
                           
 ODAX  C  APR18  12750  0  1  0  0  0  0  0  EUR  -150,50  310,50
 ODAX  C  APR18  12800  0  0  0  0  2  0  0  EUR  -140,00  -500,00
 ODAX  C  APR18  13250  0  1  0  0  0  0  0  EUR  -46,00  34,00
 ODAX  P  APR18  10500  0  1  0  0  0  0  0  EUR  -336,00  44,00
 ODAX  P  APR18  11550  0  0  0  0  1  0  0  EUR  153,50  -196,50
 ODAX  P  APR18  11900  0  3  0  0  0  0  0  EUR  -3027,00  1143,00
 ODAX  P  APR18  12400  0  0  0  0  2  0  0  EUR  -176,00  -2073,00
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