Essay – Wie wurde ich erfolgreich

Übermorgen ist der EUREX-Verfall und ich werde den größten Gewinn seit 8 Jahren realisieren, vom Corona-Crash im März 2020 abgesehen.

Ich werde nachdenklich, wie immer in dieser Jahreszeit. Ich beschäftige mich seit 25 Jahren mit dem Börsenhandel und fast 20 Jahre mit EUREX-Optionen. Es ist erstaunlich, mit welcher Beharrlichkeit ich bei diesem Thema bleibe. Wie ein Autist oder vielleicht fällt es mir einfacher, weil ich ein (sündiger) gläubiger Mensch bin, der an das ewige Leben glaubt. Es hat seit Beginn meiner Börsenfaszination viele Stationen in meinem Leben gegeben. Am Anfang war ich Student, dann Bankangestellter, dann Unternehmensberater, dann wieder Angestellter und so weiter. Am Anfang hatte ich kaum eigenes Einkommen, danach folgte Familiengründung, Wohnungskauf, Haus, Kredit und der ganze Quatsch.

Optionen als Investments sind geblieben. Und die nicht enden wollende Autodidaktik. Ich habe keinen Cent an Seminaranbieter gezahlt,d dafür aber viel Lehrgeld an den Markt in der Finanzkrise 2008. Ich las viele Bücher, meist auf Englisch. Sie waren sich sehr ähnlich. Als wären sie vervielfältigt.

Der Traum begann mit dem „Options as Strategic Investment“ von Lawrence G. McMillan. Danach folgten viele englischsprachige von diversen „Experten“, die meistens ehem. Bankangestellte und Parketthändler waren, die sich im Bereich Finanzbildung selbstständig machten.

Am Anfang suchte ich dem dem System, das mich reich machen würde. Ich glaubte, man muss einfach in den Charts eine Regel finden, die ein Naturgesetz immer funktioniert, egal wie viele andere Menschen diese Regel bereits für sich gefunden haben. Natürlich gibt es ein solches Regelwerk nicht auf Dauer.

Danach kamen die ersten Backtestes mit Excel. Es reichte aber immer noch nicht.

Warum wurde ich also nach viele Jahren doch erfolgreich? Liegt es nur an dem Markt, der eben stimuliert durch die Zentralbanken mit immer neuer Liquidität versorgt wird? Nun, solche Phasen hat es seit 2001 oft gegeben, vielleicht nicht von dieser Dimension, aber der Markt ging z. B. zwischen 2003-2008 ständig nach oben. Ich habe zwar verdient, aber weit weniger als der DAX.

Die Gründe sind banaler als man denkt.

  1. Positionsgröße im Verhältnis zum verfügbaren Kapital Ich verfüge inzwischen über ein Portfolio, bei welchem es nicht auf einen Tausender ankommt. Der Druck, bloß nicht zu verlieren, hat stark abgenommen. Man wird entspannter und akzeptiert Risiken, anstatt sie nur z vermeiden. Mit größeren Risiken steigen aber auch die Gewinnaussichten.
  2. Risikomanagement Das war der wahre Schlüssel zum Erfolg. Denn das Optionsgeschäft ist anders als der Aktienhandel ein reines Spiel mit unbekannten Risiken. Eigentlich geht es nur darum, nicht zu verlieren, auf der Basis ergeben sich die Gewinne quasi automatisch. Ich habe zu jedem Zeitpunkt meine Risiken im Griff. Das war nicht immer so. Auch ich hatte schlaflose Nächte im Oktober 2008 und zwar nicht nur wg. der schlechten Positionierung, sondern weil die Positionen gar nicht abgesichert waren. Ja, Absicherung kostet Geld, bringt aber Ruhe und einen klaren Verstand.
  3. Natürlich hat auch die Autodidaktik geholfen. Ich verstand, warum ich im Optionshandel überhaupt gewinnen kann. Wo liegt der Vorteil, und warum dieser nicht von allen anderen vollständig neutralisiert wird. Dazu gehörte eine ordentliche Portion Finanzmathematik.
  4. Ich wurde geduldiger, was für einen Stillhalter eine der wichtigsten Tugenden ist.

Veröffentlicht von Option_Basil

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