Was tun in nervösen Märkten – die Antwort überrascht

Nun ist es Realität geworden, die Baisse. Ein Begriff, den die meisten inzwischen vergessen haben. Ich kann mich zuletzt an 2007 erinnern, als einiges für eine Trendwende in den Märkten sprach. Mein Hinweis auf die kommende Baisse, sorgte in den sozialen Netzwerken für Belustigung. Dabei waren es gerade die zu vielen kleinen Hinweise, die einem klar machen sollten, dass es nicht lange aufwärts gehen wird.

Wikipedia bezeichnet eine Baisse als „fallende Kurse in den Aktienmärkten“. Diese Definition ist etwas knapp, sie bringt es auf den Punkt. Auch wenn die Kurse immer fallen und steigen, in der Baisse fallen sie öfter als sie steigen.

Der Blick auf die Charts sorgt nicht für viel Optimismus.

Den Omikron – Crash am 26.11 schienen die Händler schnell vergessen zu haben. Es gab ein unruhiges Warten am Sonntag und bereits am Abend wurde es klar, der große Crash bleibe aus. Der DAX hat aber nicht die große Eröffnungslücke vom 26.12 geschlossen und die Schwankungen, also die kurzfristige Volatilität blieben weiterhin hoch.

Der Index liegt unterhalb der 200-Tage Linie und viele Indikatoren sprechen für die Fortsetzung der Korrektur.

Aber wie geht es weiter in den nächsten Tagen?

Wie ich eben auf Twitter las, rechnet man mit weiteren Abgaben am Black Monday. Ich erwarte den DAX bei 14700 am Montagabend. Danach ab Dienstag könnte es endlich aufwärts gehen. Wie lange?

Die Rahmenbedingungen in den Märkten haben sich geändert. Es ist nicht mehr die unendliche Rally, befeuert durch die Zentralbanken. Diese sprechen inzwischen klar vom Herunterfahren der Anleihekäufe. Das muss zwangsläufig höhere Zinsen zur Folge haben. Und diese werden den Aktienmarkt in die Knie zwingen. Was allerdings im Moment fehlt, ist der Todesstoß. Es gibt immer noch keine Lehman Brothers, keine US-Hypothekenkrise und keine Dotcom Krise. Sobald der Sündenbock ausgemacht ist, kann es losgehen.

Was tun Aktien-und Optionshändler? Diese Frage beschäftigt natürlich die meisten von uns.

Ich werde hier an diesem Samstagabend keine Tipps geben. Ich kann nur auf meinen generellen Ansatz hinweisen. Wer konkrete Empfehlungen sucht, kann jetzt aufhören zu lesen. Ich haben vor langer Zeit aufgehört, Prognosen als die Basis für meine Investments zu nehmen. Ich bin ein durch und durch strategischer Investor.

Die meisten Investoren und Trader folgen dem Trend. Sie kaufen wenn es schon eine ganze Weile aufwärts geht und sie verkaufen, wenn sie verzweifelt werden und bereits zu viel verloren haben. Wenn Sie heute nicht wissen, was Sie am Montag tun werden, dann wissen Sie, was ich meine. Die Unsicherheit sorgt für Volatilität, und diese wiederum für hohe Optionspreise. So wie Sie denken die meisten. Und da die meisten verlieren, sollten Sie anders denken. Man kann durchaus in der Baisse als Momentum-Trader erfolgreich sein. Ich habe die größten Gewinne eben durch kurzfristige Engagements in den fallenden Märkten erzielt. Man muss aber den Mut haben, überteuerte Optionen kaufen, wenn, es bereits viele aber noch nicht alle tun.

Viele Investoren setzen auf den Rückkehr zu den steigenden Märkten. Das Märchen von „Kaufkursen“ wird dann gerne erzählt. Ich muss zugeben, da ich nicht mehr der jüngste bin, habe ich nicht mehr so viel Geduld. Historisch gesehen, sollte man billige Aktien kaufen. Nur, wann sind sie billig? Und vor allem, was tue ich, wenn nach einer kurzfristigen Erholung die Aktien gestiegen sind.

Die dritte Gruppe der Baisse – Trader erwartet eine Seitwärtsbewegung. Sie fangen an, Optionen zu verkaufen. Das kann sehr lukrativ werden. Denn bei einer Volatilität von 80% kannst Du nur gewinnen. Insbesondere wenn die sog. Bärenrally einsetzt.

Das Problem ist hier das Risiko. Optionen kosten bei stark fallenden Kursen über alle Basispreise viel mehr als in einer Rally. Um eine Put-Stillhalterposition abzusichern, musst Du eine fast genauso teure Option kaufen. Das lohnt sich nicht. Die Strukturkurve der Volatilität verändert sich soweit, dass die kurzfristigen Serien zu viel kosten und zwar egal wie weit aus dem Geld.

Was lohnt sich also? Meine Antwort ist einfach, Sie müssen mit allen Szenarien rechnen und strategisch planen. Zu der strategischen Planung gehört auch die Berücksichtigung starker Schwankungen und der Phasen mit niedriger Volatilität. Dazu gehört auch die Erwartung eines schnellen Wechsels und seines Ausbleibens. Sie investieren so viel Risikokapital, dass alle diese Phasen Sie am Ball bleiben lassen. Sie werden nicht herausgeworfen. Sie verdienen nicht immer gleich viel. Ja, in diesem Geschäft muss man oft Verluste akzeptieren. Wichtig ist, was hinten herauskommt, sagte mein erster Chef bei einer Unternehmensberatung.

Update am 7.12 Die Ansage über die Unberechenbarkeit der Börse wurde wunderbar bestätigt. Wir haben eine Bärenrally, spätestens wenn die heutigen US-.Börsen doch nicht drehen. Es wäre eigentlich naiv, eine starke Korrektur zum Jahresende zu erwarten. Aber danach …

Veröffentlicht von Option_Basil

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