Intraday Trading- die ersten ernsten Erfahrungen

Nun also betreibe ich das (intraday)Trading seit 5 Wochen. In den letzten Jahren kümmerte ich mich vor allem um das System, welches backgetestet im deutschen Markt einen positiven Erwartungswert der Performance generiert. Dieses System ist faktisch fertig. Ich habe viel zu viel Zeit verschwendet, um die geeigneten Einstiegs- und Austiegspunkte zu bestimmen. Die Suche nach dem unbekannten Mustern in den Charts war schlicht eine Eselei. darauf kommt es offenabr gar nicht so sehr an.

Dann folgte die Suche nach den geeignetne Handelsinstrumenten. Hier bin ich oft auf die Nase gefallen. Um die hohen Marginanforderungen zu vermeiden, kaufte ich Optionen, was natürlich falsch war. Schon wegen der fehlenden Möglichkeit, Stopp Loss zu setzen und der hohen Transaktionsgebühren. So kam ich auf die CFDs. Das Instrument hat im Prinzip alle von mir bislang vermissten Eigenschaften: günstige Kommission, Realtime-Kursversorgung, relativ risikoarm ( kleiner Hebel). Da ist natürlich doch ein Haken. Du handelst immer gegen einen Marketmaker. Dies kann gerade vor und nach  den Handelszeiten zu erheblichen Verzerrungen führen, die sich oft im unerwarteten Ausstoppen der sonst sinnvollen Positionen zeigen.

Hier kurz gefasst andere Erfahrungen:

1. Die größte Schwierigkeit besteht darin, sich am eigenen System zu halten. Es bedarf eines hohen Vertrauens und ist außerdem langweilig. Du eröffnest die Position und dann passiert erst einmal gar nichts. Die Einführung eines automatischen Handelssystems wäre hier eine Lösung. Vielleicht ist das eine Option für die Zukunft. Im Moment befindet sich das System eher in einer Live-Testphase.

2. Neben dem Systemhandel versuchte ich immer wieder Intraday Trading zu betreiben. Hier waren die Erfahrungen eher bescheiden. Ohne ein klares Konzept sollte man Finger weg davon lassen. Es läuft bei mir immer nach demselben Szenario. Du fängst an, vedienst sofort viel. Dann kommen mehrere Verluste, die den Gewinn auffressen. Plötzlich wirst Du risikoscheu. Die Gewinne werden schnell realisiert, die Verluste auch, so dass sich eigentlich im Portfolio nichts tut. Das ärgert Dich, und gehst höhere Risiken ein. Gleich der erste Trade läuft schief. Dann kommen nach und nach mehr negativeEmotionen ins Spiel. Der Einsatz wird erhöht, die rationale Einschätzung setzt aus….

Nein so schlimm war es diesmal bei mir nicht. Ich war zu vorsichtig. Aber das Intradaytrading liegt mir nicht. Ich denke, ich kann wesentlich mehr Geld  im systematischen Positionshandel als im Intradaytrading machen. Letzten Endes gehe ich dieselben Risiken ein, ob ich 10 Mal 5 Punkte  oder einmal 50 riskiere.

3. Interessant war auch die Feststellung, dass nicht der Einstieg bzw. Ausstieg die entscheidende Rolle spielen. Ich glaube eher, dass eine gesunde Verlustaversion hier eine wichtige Voraussetzung schafft. Grundsätzlich hat für mich der Erhalt des Spielkapitals die höchste Priorität.   

Im Großen und Ganzen bin ich froh, trotz  zahlreicher Fehler eine Rendite von über 10% in den ersten vier Wochen erwirtschaftet zu haben. Jetzt kann es nur aufwärts gehen.

In diesem Sinne einen guten Start in die neue Woche!

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Paroli

Ich beschäftige mich gerne mit Glücksspiel. Nicht, um schnell reich zu werden, nein das wird mir wohl an der Börse belingen. 😉

Ich finde viele Analogien zwischen Glückspiel und Börse, sowie zwischen Börse und sonstigen Vorgängen in der Welt. Ich will an dieser Stelle nicht die komplizierten Ansätze der nobelpreisgekrönten Spieltheorie beschwätzen. Aber es gibt meiner Ansicht nach bewährte Modelle, die in allen drei Gebieten erfolgreich sein können.

Schauen wir uns das Roulette an. Man kann in diesem Spiel grundsätzlich nur verlieren, wenn man ununterbrochen unendlich lange spielen würde. Dann liegt der erwartete Gewinn bei -2,8%.

Kurzfristig, das heisst in endlich langen Zeiträumen ist alles möglich. Ich spiele meist einfache Chancen. Wozu neigt jeder wenn er einmal eine einfache Chance verliert? Natürlich zum erneuten Spiel auf dieselbe Chance mit höherem Einsatz. Nach zwei drei Wiederholungen kommt die erwartete Chance und dann beendet man die Wette mit einem Jeton Gewinn.

Jeder der Roulette spielt , weiss warum es nicht funktionieren kann. Irgendwann erwischt man eine 12- er Serie usw.

Eine Lösung scheint das Paroli-Spiel. Hier läßt man den Gewinn ein- bis drei Mal liegen. Es macht Sinn, denn wenn man mit der vorher beschriebenen Methode nur verlieren kann, muss es doch möglich sein, mit der Paroli in der Gewinnzone zu landen.

So habe ich mit Excel einen Tool gebastelt, mit dem ich die Permanenzen aus diversen deutschen Spielbanken auswertete und benutzte dabei ein eigenes System.

Und tatsächlich in den meisten Fällen kommt man fast immer während eines Spieltages in die Gewinnzone.  Ich habe es auch selbts in diversen Cassinos ausprobiert. Es funktioniert auch, wobei man beachten muss, dass dies sehr viel Zeit beansprucht. Man muss ja schon mehrere Stunden in der Spielbank bleiben und ständig mehrere einfache Chancen spielen.

Infos zu meinem System und den Erfahrungen erteile ich auf direkte Anfrage.

Und hier der Wikipedia -Ausschnitt zu Paroli-Spiel.

Paroli als Spielsystem [Bearbeiten]

Im Gegensatz zum Martingale-Spieler, der seinen Einsatz nach einem Verlust steigert, versucht ein Paroli-Spieler z. B. beim Roulette dadurch zu gewinnen, dass er seinen Einsatz nach einem Gewinn steigert.

Der Spieler setzt sich vor Beginn des Spiels ein Gewinnziel, z. B. den Gewinn eines Dreifachen Paroli (Quinze et le va) und startet seinen Angriff auf die Spielbank mit einem Einsatz von einer Einheit (Stück).

Gewinnt er, so lässt er Einsatz und Gewinn stehen (Erstes Paroli), gewinnt er nochmals, so lässt er den ursprünglichen Einsatz mitsamt den bisherigen Gewinnen stehen (Zweites Paroli) und sollte er noch zwei Mal gewinnen, so ist das Ziel erreicht.

Verliert er aber einen Coup, bevor das Ziel erreicht ist, so beginnt er einen neuen Angriff mit einer Einheit.

Das Paroli-Spiel gilt allgemein als weniger gefährlich als das Martingale-Spiel, da der Paroli-Spieler die Einsätze nicht mit seinem Geld, sondern mit dem Geld der Bank zu steigern scheint. Diese Ansicht vieler Spieler ist jedoch falsch: Sobald ein Spieler seinen Einsatz mit früheren Gewinnen erneut riskiert, setzt er natürlich ausschließlich eigenes (!) Geld, und keineswegs das der Spielbank – schließlich könnte er ja den Einsatz samt allen früheren Gewinnen genausogut an sich nehmen und den Tisch verlassen, was er – wäre es das Geld der Spielbank – natürlich nicht dürfte.

Als Paroli-Spieler benötigt man jedenfalls starke Nerven. Dostojewskij beschreibt in seinem Roman Der Spieler eine solche Szene:

„Unser General trat würdevoll und gewichtig an den Tisch. […] Sehr langsam zog er seinen Geldbeutel hervor, sehr langsam entnahm er ihm dreihundert Franken in Gold, setzte auf Schwarz und gewann. Er nahm den Gewinn nicht an sich, sondern ließ ihn stehen. Schwarz gewann wieder; er nahm das Geld auch jetzt nicht, und als beim drittenmal Rot an die Reihe kam, verlor er mit einem Schlag zwölfhundert Franken. Er ging lächelnd weg und bestand die Probe. Ich bin überzeugt, dass sich sein Herz zusammenkrampfte; wäre der Einsatz doppelt oder dreimal so hoch gewesen, hätte er die Haltung wohl nicht bewahrt, sondern Erregung gezeigt.“