Deutsche Bank und das schlechteste Investment meines Lebens

 

Deutsche Bank Aktie halte ich seit Jahren nicht mehr in meinem Depot. Ich halte fast gar keine Aktien mehr. Im Fokus meiner Investments stehen Optionen, vorwiegend an der EUREX. Mit ihnen spekuliere ich zwar auch auf eine bestimmte Preisentwicklung, bin dennoch viel flexibler. Ich kann nämlich auch das Ausbleiben irgendeiner Trendrichtung antizipieren. Besonders bevorzuge ich dabei Aktienoptionen, die einen ungewöhnlichen hohen Preis haben. Das ist immer der Fall, wenn eine hohe Unsicherheit über Kursentwicklung besteht.

Deutsche Bank Aktie ist so ein Kandidat für Optionshandel. Zahlreiche Rechtsstreitigkeiten, Zweifel an der Geschäftsstrategie, niedrige Zinsen und nicht zuletzt wenig Eigenkapital. Gott sei Dank, reichte dieses, um den berühmten Stresstest an diesem Wochenende zu bestehen.

Wie dem auch sei. Der Chartverlauf der Deutsche Bank-Aktie sieht schockierend aus. Es ist die Geschichte eines Aufstieges und Niederganges zugleich.

Zurzeit steht der Kurs auf dem Stand von 1991, in den folgenden Jahren war er immer höher höher, zeitweise um das Achtfache.

Der Kursverkauf ist symptomatisch für die Branche. Ja, es gibt schlimmere Abstürze. Die Commerzbank steht jedenfalls deutlich tiefer als 1991. Dort liegen vielleicht andere Gründe vor, aber auch die gleichen wie bei der DeuBa.

Erzählt mir bloß nicht, das sei die Folge der Finanzkrise und Fintechs und so weiter. Alles Quatsch!

Warum schaffen es die US-amerikanischen Banken?  Schauen Sie sich die Chartverläufe der großen Player dort an.

Goldman Sachs, JP Morgan, Morgan Stanley – alles kosten heute mehr zum Teil erheblich mehr als 2008. Die anderen großen europäischen Banken stehen auch nicht bestens da. Aber so schlimm wie die DeuBa hat es keinen erwischt, mit Ausnahme derjenigen die vom Staat gerettet werden mussten.

Einer der Gründe  könnte die extreme Inflexibilität des deutschen Arbeitsmarktes, insbesondere in der Bankenbranche. Bedenken Sie, dass die Postbank immer noch Beamtentitel vergibt. Als ich 1998 außertariflicher Mitarbeiter der Deutschen Bank wurde, hieß ich damals „Höherer Bankbeamter“. Deutsch-Banker sahen sich unkündbar. Das Unternehmen hatte keine Chance auf Kostendruck zu reagieren. Und so kam es zum langsamen Sterben. In den USA reagiert man sofort und die Unternehmen dort, Banken inklusive, mögen weniger Umsatz machen, Verluste machen sie auf Dauer nicht.

Ja, ich behalte die DBK Optionen dennoch im Portfolio. Gestern postete ich Details. Ich bin im Prinzip bis auch Null abgesichert, erwarte dennoch eine Kursberuhigung. Von dieser will ich durch den verkauften Zeitwert profitieren.

Chart m. f. G. http://www.comdirect.de

screenshot_20160731_165902
Jetzt zum schlechtesten Investment. Dieses war etwas ironisch gemeint.

Als 2012 die Facebook – Aktie emittiert wurde, kann mich erinnern, ständig diese Aktie gegen die schlechte Publicity zu verteidigen.

Ich schrieb den folgenden Beitrag

https://invest-signale.de/2012/05/18/facebook-aktie-kaufen-ja/

Ja, es war meine klare Empfehlung. Ich wollte selbst „zuschlagen“. Habe ich es getan? NEIN!!!

Nein, nein!!!

Das war wohl die größte Eselei meines Lebens. Belehrt durch viele Jahre an der Börse wusste ich, diese Chance kommt nicht wieder. Das Investment hätte alles übertroffen.

Nun ist das passiert. Es war also kein Investment sondern die schlechte Passivität.

Zum Ärger der langfristige Chart unten.

Chart m. f. G. http://www.tradesignalonline.com

Chart_FB

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