IntradyTrading kann einfach sein

Die meisten Hobby- aber auch hauptberuflichen Trader glauben, das große Geld sei nur im Intradayhandel zu „verdienen“. Dass diese Bahauptung wohl kaum stimmen kann, läßt sich sogar mathematisch belegen. Wo liegt der grundsätzliche Unterschied zwischen Positions- und Intradaytrading.? Aufgrund meiner Erfahrung-  liegt er nur in der Anzahl der getätigten Trades. Das wichtigste Kriterium für den Erfolg in Finanzmärkten ist das richtige Verhältnis des Risikos zur Gewinnwahrscheinlichkeit.   Bei einer hohen Anzahl der Transaktionen mit kleinem Risiko gewinnt man nicht mehr als bei kleiner Anzahl mit hohem Risiko.

In den letzten Monaten habe ich in meiner Freizeit immer wieder versucht intraday CFDs zu handeln. Ich muss Euch sagen, es ist stinklangweilig. Die Märkte bewegen sich nur relativ selten und dann  nur kurz signifikant. Diese berühmten Ausbrüche, von denen jeder mal geträumt hat, kommen vor aber eben selten. Spätestens wenn man stundenlang sitzt, und nichts passiert, zweifelt man am Sinn dieser Tätigkeit. Ja ich weiß, Ihr werdet sagen, man müsse ein automatisches Handelssystem entwickeln- Generell ist es keine schlechte Idee, taugt aber bei Märkten, wo nicht rum um die Uhr gehandelt wird, nur intraday. Und da muss man jeden Tag aufs Neue die Lage analysieren und das System parametrisieren.

Zum Beispiel heute hatten wir den Klassiker: Obere Begrenzung 7970, untere 7928. Ich habe immer wieder oben verkauft und unten gekauft. Und es hat funktioniert!!! Ohne , dass es einen Trend gab. Hätte ich ein System programmiert, dann wäre es vielleicht heute erfolgreich, morgen aber nicht.

Wieder ein Doji?

An meiner Einschätzung hat sich seit Anfang September nicht viel geändert. Der Markt strebt nach den alten Hochs und er wird sie in naher Zukunft testen. Die Frage ist nur wann. Die heutigen DAX-Notierungen des DAX deuten eher auf ein Gleichgewicht zwischen Bullen und Bären hin. Dieses charttechnische Muster wird nach der Candlesticks Theorie auch Doji genannt. Der Doji ist eine Kerze mit ( fast) identischen Eröffnungs- und Schlussnotierungen und ist oft ein deutliches Umkehrsignal, insbesondere wenn er während einer Rally auftritt. Nun darf man an einem Feiertag mit kleinen Umsätzen die Aussagekraft des DAX nicht überbewerten. Auch ist in der Regel keine Trendwende unmittelbar nach dem Auftreten des Doji zu erwarten. Eine Unschlüssigkeit der Marktteilnehmer läßt sich aber dennoch aus den Notierungen ableiten.

Strategisch ändert sich erstmal nicht viel. Der DAX könnte demnächst eine Korrekturwelle anleiten, die dann bis auf 7600 führen könnte.  Ansonsten geht es weiter aufwärts allen negativen Vorgaben zum Trotz.  Oder könnt Ihr mir irgendwelche guten fundamentalen Nachrichten zitieren? Ich höre nur jeden Tag Negatives: große Einschnitte in den Bilanzen der Großbanken. Schlechte Konjunkturnachrichten etc.

Ich betrachte diese Situation als eine gute Gelegenheit, Shortpositionen im DAX einzugehen. Deswegen verkaufe ich Calls wann ich es nur kann.

Mein DAX- Indikator steht zur Zeit dennoch auf long. Darüber hinaus betreibe ich kurzfristige Intradaygeschäfte  in Seitwärtszonen. Aber irgendwie finde ich es langweilig, langweiliger zumindest als:

– mit Kindern ins Museum gehen

– mit meinem Auto durch die Gegend düsen

– Joggen

– mit (meiner) Frau Zeit verbringen